Jahrgangsgeräusche Adventskalender 2014 – #3

„Und ein Reis [= Spross] wird hervorgehen aus dem Stumpfe Isais, und ein Schößling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen.“ „Jahrgangsgeräusche Adventskalender 2014 – #3“ weiterlesen

Redhooker – Vespers

Die morgendlichen Sonnenstrahlen lassen dich noch hoffen, dass es ein schöner Tag wird. Der Kaffee duftet aus der Küche und das Eierwasser sprudelt. Du hast dir für heute morgen etwas Klassisches ausgesucht, dein Kimono ist offen und drunter trägt du einen See-Through-Slip. Du weißt wie es geht. Die neue Redhooker kommt auf leisen Sohlen daher, die klassischen Instrumente fliegen ohne großen Aufwand durch das morgendliche Zeitunglesen. „Redhooker – Vespers“ weiterlesen

Bill Callahan – Rough Travel For A Rare Thing

Die Ruhe vor dem Sturm. Bill Callahan zieht nie das Tempo an und wenn dann mit beiden Füßen auf der Bremse. Er ruht tief in sich und in seiner Stimme. Ein großer Geschichtenerzähler ist er geworden. Noch als Smog war er des öfteren kurz vor dem Aus, kurz vor der Selbstkasteiung. Teilweise sogar fast sprachlos. Ein leiser Zyniker. Doch seit einigen Jahren schimmern immer wieder Sonnenstrahlen durch das Gitterfenster und die zynischen Zwischentöne werden lautstark auf die Reise geschickt. „Bill Callahan – Rough Travel For A Rare Thing“ weiterlesen

Balmorhea – Constellations

Wie eine Zartbitter-Schokolade legt sich „Constellations“ um deine Hüfte. Die Kalorienanzahl lässt dich schlucken. Nicht schon wieder dieser JoJo-Effekt. Doch du hast noch drei Tafeln. Was weg muss, muss weg. Niemand kann dir helfen. Dein Diätberater gibt gerade dein Geld aus. Du öffnest das dunkle Papier und riechst an dem braunen Brocken als wäre es Heroin. Balmorhea aus Austin nutzen jede Möglichkeit zur Pause. Sie schleichen um dich rum, wie die Aasgeier. Ruhe gehört zu ihrem Geschäft, genau wie Klassik und die Avantgarde. „Balmorhea – Constellations“ weiterlesen

Basia Bulat – Heart Of My Own

Sollte man über sich und seine Musik nachdenken, wenn zwei Songs für Automobil-Commercials gekauft werden? Oder macht man alles richtig? Früher war alles anders! Da hatten die Werbebüros noch keinen Plan, was so als Untermalung genutzt werden könnte. Das Auge war wichtiger als das Ohr und die Indie-Musiker dieser Welt hielten die Hand auf ihre Songs. Nur der Zirkel kannte die heimlichen Hits. Nun gehören auch die Werbefuzzies zum Zirkel und gammeln im Hamburger Schanzenviertel rum, um diesen, wie sie sagen, atemberaubenden portugiesischen Kaffee zu schlürfen. „Basia Bulat – Heart Of My Own“ weiterlesen

Owen Pallett – Heartland

Der Violinenkasten ist mit unzähligen Aufklebern beklebt. Das die Fluggesellschaften auch immer so resistente Dinger nehmen müssen. Wie oft wohl schon Owen Pallett an diversen Flughäfen dieser Welt an der Sperrgutausgabe stand und schwitzend und trippelnd auf sein Schätzchen gewartet hat? Das man auch immer sein liebstes Stück nicht mit in den Flieger nehmen darf. Doch bis jetzt ist immer alles gut gegangen. Nach ausgiebigen Touren mit Arcade Fire und den Hidden Cameras war es an der Zeit, auch mal was für das eigene Gemüt zu tun. Die Welt war bereit für große Arrangements und Geschichten aus Traumländern. Nimm uns mit ins Abenteuerland.
„Owen Pallett – Heartland“ weiterlesen

The Unthanks – Here's The Tender Coming

Staubtrockenes Gebäck wird von Angestellten gereicht. Es ist “Teatime”. Milch mit Zimmertemperatur wird mit goldenen Löffeln in geblümte Tassen gerührt. Kandierter Zucker steht in einem Luxustöpfchen auf dem mit einer klasse gebügelten weißen Tischdecke verziertem Holztisch. Das Licht wird gedimmt. Die anwesenden Damen stoßen ein Raunen aus. Natürlich hat die Hausdame auch eine musikalische Überraschung geladen. Die Unthanks betreten den Speisesaal. „The Unthanks – Here's The Tender Coming“ weiterlesen

Bill Frisell – Disfarmer

Frisell hat dem Jazz den Rücken gekehrt. Der überall zu spürende Drang einer Neudefinition oder das muckertypische Suhlen in altbekannten Mustern scheinen ihm übel aufgestoßen zu sein. Sein Blick wandert lieber nach Nordamerika. Dort in den verblichenen Arbeitervierteln, wo der Staub noch die Stiefel verdreckte, schlägt er seit geraumer Zeit sein Lager auf. “Good Old Country”-Schilder verwittern vor erhabener Watercraft-Kulisse. Heber Springs ist das Örtchen, das Frisell für sich entdeckt hat und somit auch den berühmtesten Sohn des Städtchens: Mike Disfarmer. „Bill Frisell – Disfarmer“ weiterlesen