Lindstrøm – Smalhans

Lindstrøm wirft die Disco an. Mit Sorgfalt beruft sich Lindstrøm auf seine Melodieführungen. Einfache Tonfolgen, bekannt aus Film, Funk und Fernsehen, werden passend zusammengefügt. Arme Leute-Musik, die sich mit ein paar Gimmicks zufrieden gibt. „Lindstrøm – Smalhans“ weiterlesen

Dan Deacon – America

Dan Deacon legt beherzt seinen Wollpullover über America. Ein Hippie in Ravermontur. Er huscht über Staaten, Flüsse und Menschenleben. True Thrush hat sogar ein Mantra im Schlepptau. Hier erweitert sich das Sample-Konzept mit Weirdo-Stimmen und Beatgeboller. Die Sounds klingen lange nach, so als müssten sie sich in Erinnerung bringen. Sie haben ja auch eine lange Reise vor sich, wenn sie ganz Amerika bereisen wollen. „Dan Deacon – America“ weiterlesen

Saint Etienne – Words and Music by Saint Etienne

Was mag Pop alles schaffen? Ein Leben mit Musik ist ein doch viel schöneres und am Ende eines solchen hast du Momente mit Musik verbunden, die du dann im Kopf selbst zusammensetzt. Manchmal ist das traurig, manchmal aber auch einfach nur wunderschön. „Saint Etienne – Words and Music by Saint Etienne“ weiterlesen

Xiu Xiu – Dear God, I Hate Myself

Jamie Stewart taumelt wieder durch die Blutlachen. Die Synthies fiepen wild und seine Stimme wird dreifach übereinander geklatscht, damit sie noch majestätischer unter allem klebt. Die körperlichen Qualen zermürben dir den freien Tag. Jamie Stewart hat einen Apfel zwischen den Ohren, der reicht ihm fürs Denken vollkommen. Kernspaltung. Und Gott? Der kann schon lange nicht mehr helfen. Jede Beichte wird zur Selbstkasteiung, die Stewart aber lieber mit brennenden Zigaretten als mit dem Rosenkranz vollzieht. „Xiu Xiu – Dear God, I Hate Myself“ weiterlesen

Hot Chip – One Life Stand

Da ist sie nun also zurück, die „Band total neuen Typs“ mit ihrem insgesamt vierten Album. Sehr schnell wird klar, dass nach wie vor eine ihrer hervorstechensten Qualitäten der unaufgeregt juvenile Gesang Alexis Taylors ist. Überhaupt ist nun vieles unaufgeregt und nachdenklich auf „One Life Stand“. Eine Stimmung, über der meist ein leichter Schleier von tröstlichem Räsonieren hängt, wird zu der schon bekannten Exaltiertheit gemischt. Das, und die harmonisch kristallklar geschliffenen Motive prahlen mit leicht trauriger Schönheit. Aber, ist das genug für die fünf neuen Typen?
„Hot Chip – One Life Stand“ weiterlesen

Klassiker: Suicide – (First Album)

Es gab ihn, diesen singulären Moment, in dem Rock n’ Roll und Elektro aufeinander prallten und unter hoher Temperatur zu etwas völlig neuem hypnotischem synthetisierten. Irgendwann im Jahre 1977 glitten zwei junge Männer in New York weitgehend unbewusst und in fragiler Perfektion auf einer selbst entdeckten Elektro-Trash-Rock-Welle, die atemberaubend war und amorph, wie aus dampfendem Eis. Sie war tiefgründiger, als sie auf den ersten Blick erschien und verschwand ebenso schnell wie sie gekommen war. „Klassiker: Suicide – (First Album)“ weiterlesen