Bodies Of Water – Twist Again

Wir stampfen mit den Füßen. Wir sind gekommen, um uns zu beschweren. Wir sind gekommen, um zu predigen. Wir halten uns an den Händen. Draußen zieht es sich zu. Wir machen trotzdem weiter. Unser Folk ist so trocken und düster, dass wir automatisch die Sonne wegbügeln. Da kann das Wetter nichts für. Wir sind Melancholiker. Wir lieben alten Soul, große Chöre und den Erlkönig. „Bodies Of Water – Twist Again“ weiterlesen

BLK JKS – Zol!

Die BLK JKS melden sich pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Die Südafrikaner, die mit ihrer Mischung aus afrikanischer Rootsaktivierung und Rockelementen das letzte Jahr bestimmten, werfen nun eine EP auf den Weltmarkt und machen da weiter, wo sie bei “After Robots” aufhörten. „BLK JKS – Zol!“ weiterlesen

jj – jj nº 3

Was ist eigentlich mit leichter Popmusik? Darf man noch Musik hören, die einen nicht fordert oder sauer aufstoßen lässt? Und deren Coolheitsgrad unter null liegt? Vielleicht sind die Normalos jetzt die Freaks? Die Schweden haben es da irgendwie raus. jj aus Göteborg sind Pop-Gammler, die ihre Träume einfach per Flaschenpost in die Welt tragen, egal welcher Hörer sie nun findet. Die Flasche ist gefüllt mit gefühligem Radio-Pop. Doch ist das schlimm? Nein, es ist wunderbar! „jj – jj nº 3“ weiterlesen

BLK JKS – After Robots

Schon mal über Tempowechsel nachgedacht? Schon mal Polyrhythmik rückwärts buchstabiert? Schon mal TV On The Radio mit Sturmmasken den Zulu-Blues geblasen? Die Black Jacks kommen aus Johannesburg und braten uns eins über. Das Quartett stolpert durch wirre Klangwelten, in denen David Bowie ungeschminkt die Aschenbecher ausleckt. „BLK JKS – After Robots“ weiterlesen

Foreign Born – Person To Person

Einige Bands machen was vor und Zigtausende ziehen dann nach. Das aber die Bands, die einst schon was vormachten auch immer irgendwas anderes nachgemacht haatten, macht die Geschichte unübersichtlich. Gut, alles ist schon mal dagewesen und erfunden haben es meistens nicht die Schweizer. Foreign Born duzen David Bowie, der aber auch schon bei Arcade Fire auf der Gästeliste steht. Ihr Lieblingskontinent ist Afrika. Da wird getrommelt was das Zeug hält. „Foreign Born – Person To Person“ weiterlesen

Klassiker: Jason Molina – Pyramid Electric Co

Mit trockenem Mund, einer Gitarre und einem Piano ausgestattet torkelt Jason Molina durch die von ihm so geliebte Neil Young-Wüste. Als Erholung von seiner Hauptband Songs:Ohia, die zur Zeit unter dem Namen Magnolia Electric Co musiziert, nahm der Singer- Songwriter 2004 ein Manifest der Langsamkeit auf, das leider nicht viel Beachtung fand. “I want to be true like the solid earth.” Molina singt und winselt sich durch lange, düstere Songgebilde und zieht sich bis auf die Unterhose aus. Die wunderschöne Liveatmosphäre macht einem ständig eine Gänsehaut. “Hey sucker are you lonely?” Ein Kleinod unter den “lonesome cowboy releases” der letzten Jahre. “Pyramid Electric Co” ist unbequem und sentimental.
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Richard Swift – The Atlantic Ocean


Die Frage, ob Lennon oder McCartney beantwortet Swift mit “The Atlantic Ocean”.
Würde John noch leben hätte er sich mit Sean um den Gastauftritt bei “Ballad of old what’s his name” geprügelt.
Der von Jeff Tweedy entdeckte Richard Swift meistert all diese Lennon-Prüfungen vorzüglich. Zum Teil im Wilco-Loft in Chicago aufgenommen erstrahlt das Album mit Rock’n’Roll-Banjo in funkelnden Facetten. Der Allrounder mit der Ausnahmestimme perfektioniert, mit dem auf Secretly Canadian erscheinenden Album, sein Songwritertalent.
Natürlich fehlt manchmal ein wenig der Dreck, doch das darf man ihm nicht vorwerfen. Und sogar die Kopfstimme bei “Lady Luck” verzeiht man dem Lockenkopf gern. Charmant dudelt sich Swift durch die Musikgeschichte. In den Pubs Liverpools dürfte so mancher Dartpfeil das Bulls Eye treffen. Die Amis sind halt überall zu Haus. Nach einem Rock-Doppelalbum holt Swift nun endlich die Radiotauglichkeit aus dem Gitarrenkoffer. Auch dies soll kein Vorwurf sein.
Somit ist “The Atlantic Ocean” ein mustergültiges Popalbum. Nicht nur für Wilco-Fans oder Langzeitbeobachter.