Amon Tobin – ISAM

Es prasselt, es blitzt, es spiegelt. Es schabt und drillt ohne Ende. Atempausen sucht man hoffnungslos. Sample-Fontänen werfen hohe Widerstände meilenweit. Saitenartiges verfängt sich im heterogenen Klangpelz. Schemenhafte Stimmenberge erscheinen, von denen man nicht den Eindruck hat, dass sie zu einem sprechen würden. Über allem in massigem Klanggewand, durchgezwiebelte Soundsynoptik. Und jetzt alle: Armeen von Sample-Klonen kämpfen große Schlachten gegen Kompressor, gegen Limiter und deine beinahe überforderte Aufnahmefähigkeit.
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Four Tet – There is Love in You

Kieran Hebden beweist sich weiterhin als ein Meister chirurgischer Schnitte. Das Sample als Ergebnis eines Raffinierungsprozesses und als zeitgemäßes Gebrauchsmuster ist nach wie vor zentraler Bestandteil seiner elektronischen Arbeit. Auf die mit stellenweise durch kleine Synthesizerfiguren verzierten Rhythmuspatterns wird die eingedampfte Schnittware in meist groovende Förmchen gepresst.
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Matias Aguayo – Ay, Ay, Ay

Tschilp, tschilp, tssich, ouuaahoo… Für das Konzept fast ausschließlich vokale Akte auf seinem ersten Soloalbum „Ay, Ay, Ay“ zu benutzen ist Matias Aguayo viel gelobt worden. Mit recht, so etwas kannte man doch bis dato nur von Björk mit “Medúlla“. Die Imitation maschinisierter Instrumentierung elektronischer Tanzmusik wirkt bei Aguayo wie ein individueller Befreiungsschlag, der die Skala der Konnotationen seines melodischen Oevres um traditionelle lateinamerikanische Musik in die eine und Humor in die andere Richtung erweitert.
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