Klassiker: Creedence Clearwater Revival – Green River

 Ein Monat vor Woodstock. August 1969. John Fogerty haut mit CCR, wie eingefleischte Fans sie nennen, ein Bündel Hits raus, die auch heute nichts an Wert und Musikalität verloren haben. „Klassiker: Creedence Clearwater Revival – Green River“ weiterlesen

Not Available: The Doors – Celebration Of The Lizard

„I am the Lizard King / I can do anything“,  sang Jim Morrison 1968 in “Not To Touch The Earth”. Nunja, alles konnte der Eidechsenkönig Morrison wohl nicht erreichen, sonst hätte das Album “Waiting For The Sun”, auf dem die anfangs erwähnten Zeilen enthalten sind, anders ausgesehen  – bzw. sich anders angehört. „Not To Touch The Earth“ ist dabei lediglich ein Relikt, das aus einem epischen Werk übrig blieb, das eigentlich eine komplette Seite der Platte ausgemacht hätte: „Celebration Of The Lizard“.
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Klassiker: Bad Brains – I Against I

Dr. Know hat Ende der 70er genug von Fusion Jazz. Statt seine Gitarre an den Nagel zu hängen, trifft er sich mit Freunden. Rastafaris und Sympathisanten, rätselhafte Bilderstürmer, Bob-Marley-Jünger mit ausgeprägtem Gitarrenfetischismus proben gemeinsam den Aufstand. Legendäre Auftritte prägen Auftrittslegenden. Es folgt ein Debutalbum, das 1982 nur auf Cassette erscheint. Der Blitz schlägt im Capitol ein. Auftrittsverbote sorgen wie Teilchenbeschleuniger für Kanonaden von Gerüchten. „Klassiker: Bad Brains – I Against I“ weiterlesen

Sonic Youth – The Eternal

Sonic Youth klingen auf “The Eternal” wie eine Band, die wie Sonic Youth klingt. Eine, die es gut macht. Aber eine, der auch nichts Neues einfällt.
“The Eternal” ist nichts Gravierendes vorzuwerfen, wir hören die typischen Harmonien und deren Wechsel. Wir hören den typischen Hit, z.B. einen wie “Antenna”. Wir hören die typischen Sonic-Youthschen Gitarrenklänge, mal gedeckt rockig, mal crunchy verzerrt, mal jaulend als dritte Gitarre hinterhergezogen. Und wir hören die typischen Stimmen in ihren typischen Lagen, wenn wir nicht gerade eine typische Instrumentalpassage hören.
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Klassiker: Deep Purple – The Book of Taliesyn

Bevor Deep Purple begannen ihre Sänger zu wechseln wie der Knappe das rostige Kettenhemd und sie infolgedessen in den Untiefen des Hardrock Leck schlugen, experimentierte die Band mit Psychedelic, Pop und Folk. 1968 erschien ihr zweites Album “The Book of Taliesyn“. Da sang noch Rod Evans. Ein Mann, der in eine Liga mit Scott Walker und Tom Jones gehört. Er brachte mit seinem knödeligen Pathos einen der charakteristischen Eckpfeiler des Deep-Purple-Sounds jener Tage ein.
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Klassiker: Rachel Sweet – B.A.B.Y. The Best Of Rachel Sweet

Kinderstars sind nicht zu beneiden. Sie kommen zu früh, zu viel rum. Die Schule wird nur noch für Aufführungen oder Autogrammstunden in der Aula aufgesucht. Wer Talent besitzt hat es nicht leicht… Als Rachel Sweet mit sechzehn bei Stiff Records unterschrieb, hatte sie schon eine zehnjährige Showbizerfahrung in den USA auf ihrem zarten Buckel. Die Countrycharts hatte sie bereits schon mal beschnuppert. Da bei Stiff nun die Talentglocken bimmelten, wurde dann der ganz große Durchbruch erhofft.
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Dirty Projectors – Bitte Orca

Der Taktstock wird in den Himmel gereckt. Die Augen werden geschlossen. Durchatmen. Die Lichter gehen an. Alle auf einmal. Rote, grüne, gelbe, blaue, lieber Herrgott komm und schaue… Und zack! bekommst du die flache Hand durchs Gesicht gewischt. Wohlig warm werden deine Wangen und ein kurzes Glücksgefühl befällt dich. Wie schon beim Vorgänger “Rise Above” hat man ständig ein Grinsen in der Visage. Damals waren es noch Black Flag-Coverversionen basierend auf der Erinnerung des Masterminds David Longstreth.
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Klassiker: Jason Molina – Pyramid Electric Co

Mit trockenem Mund, einer Gitarre und einem Piano ausgestattet torkelt Jason Molina durch die von ihm so geliebte Neil Young-Wüste. Als Erholung von seiner Hauptband Songs:Ohia, die zur Zeit unter dem Namen Magnolia Electric Co musiziert, nahm der Singer- Songwriter 2004 ein Manifest der Langsamkeit auf, das leider nicht viel Beachtung fand. “I want to be true like the solid earth.” Molina singt und winselt sich durch lange, düstere Songgebilde und zieht sich bis auf die Unterhose aus. Die wunderschöne Liveatmosphäre macht einem ständig eine Gänsehaut. “Hey sucker are you lonely?” Ein Kleinod unter den “lonesome cowboy releases” der letzten Jahre. “Pyramid Electric Co” ist unbequem und sentimental.
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Not Available: The Kinks – Four More Respected Gentlemen

Britische Bands und die USA. Alle wollen es, aber kaum einer schafft es und so kann selbst Robbie Williams unerkannt durch LA torkeln. 1968 war das Jahr in dem die Kinks Amerika mit einem neuen Album erobern sollten. Im Juni übergaben die Kinks ihrem US-Label Reprise Records 15 Songs. Nicht untätig, ersannen die Plattenbosse zugleich einen Titel für die noch lose Zusammenstellung, die noch auf 11 Tracks gekürzt werden sollte. In Anlehnung an einen früheren US-Hit der Band nannte man das Album „Four More Respected Gentleman“.
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Not Available: King Rocko Schamoni and the Explosions – Flexi CD

Es gibt viele Gründe, warum Platten nicht erscheinen. Da wäre all zu oft das Label, das keine Single hört oder die Vermarktbarkeit der Platte insgesamt anzweifelt.
Oder der Künstler selbst, der an seinem eigenen Anspruch scheitert. Doch die wohl interessanteste Variation des Themas ist es, wenn die Nichtverfügbarkeit zum künstlerischen Konzept gehört. Genau genommen ist die Platte, die heute vorgestellt wird, erschienen, aber die Musik, die auf diesem Tonträger zu hören sein sollte, ist es nicht. So also das Konzept des Studio Braun Members Rocko Schamoni.
1990 war die CD nahezu noch Neuland. Vinyl wurde noch gerne veröffentlicht und in Zeitschriften von Micky Maus bis Bravo lagen Flexidiscs dabei. Dünne Schallplatten, die man nur einige Male abspielen konnte. Stolz konnte ich so Walgesängen lauschen oder die neuesten Hits im Edit (Neuerdings Snippet) lauschen.
“Jeans und Elektronik” von King Rocko Schamoni and the Explosions wurde vom Ärzte Drummer Bela B produziert, der auch bei vielen der Songs mitspielte. Interessanter jedoch als das Album und die dazugehörige Single-Auskopplung “Mendocino” mit Michael Holm (sic!) ist jedoch Schamonis Entscheidung der bei Polydor erschienenem limitierten Edition des Albums eine Flexi-CD beizulegen.
Diese wurde miit einem Sticker “Neu aus Amerika!” angepriesen.
Natürlich ein Hoax, der Tonträger bestand aus einem normalen Papierkarton, der mit Silberfolie beklebt war und keinerlei Daten enthielt, geschweige denn in irgendeiner Form überhaupt nutzbar war.
So stand es dann auch auf dem vermeintlichen Tonträger selbst: “nicht auf herkömmlichen CD-Player” abspielbar. Zu gerne hätte man die vermeintlich enthaltenen Werke wie “Auf dem Wurstfest”, “Ich hab ‘ne Leitung verlegt!” oder “Deine Faust in meinem Mund” gehört. Schande aber auch!