Jamie. T – Kings & Queens

Jamie Treays hat wieder einen Bong zu viel geraucht. Die Pop-Szene fliegt ihm um die Ohren. Warum auch nicht? Nach einer guten Debut-Platte, die nach Kinderzimmer mit Tittenbildchen an den Wänden roch und den Bass tief in die Magengegend drückte und Fast-Welthits beherbergte, kann man schon mal nach den Sternen fischen. Man nimmt sich einen großen Topf und haut ‘ne Locke von Bob Marley hinein. „Jamie. T – Kings & Queens“ weiterlesen

Klassiker: Bad Brains – I Against I

Dr. Know hat Ende der 70er genug von Fusion Jazz. Statt seine Gitarre an den Nagel zu hängen, trifft er sich mit Freunden. Rastafaris und Sympathisanten, rätselhafte Bilderstürmer, Bob-Marley-Jünger mit ausgeprägtem Gitarrenfetischismus proben gemeinsam den Aufstand. Legendäre Auftritte prägen Auftrittslegenden. Es folgt ein Debutalbum, das 1982 nur auf Cassette erscheint. Der Blitz schlägt im Capitol ein. Auftrittsverbote sorgen wie Teilchenbeschleuniger für Kanonaden von Gerüchten. „Klassiker: Bad Brains – I Against I“ weiterlesen

Gossip – Music For Men

Der Hype um Gossip nagt an Beth Dittos Bauch. Clevere Schachzüge, wie die Karl-Lagerfeld-Adelung, eine Rampensauveranlagung und so in jede Kamera Körper und Gesicht zu halten, verdienen marktwirtschaftlichen Respekt. Doch was machen Gossip eigentlich für Musik? Kennt oder besitzt sogar irgend jemand auf diesem Planeten ein Gossip-Album? Bei Straßenumfragen mit Beth Ditto-Fotos erhält man stirnrunzelnd die Antwort: “Das ist doch diese dicke Lesbe!” „Gossip – Music For Men“ weiterlesen

Klassiker: Brian Eno/David Byrne – My Life in the Bush of Ghosts

“My Life in the Bush of Ghosts” ist der Titel eines 1954 erschienenen Romans des nigerianischen Schriftstellers Amos Tutuola. Es ist die Geschichte einer langen Irrfahrt durch den afrikanischen Busch, der zur magischen Bühne einer mannigfaltigen Geisterwelt wird. Tutuolas zweites Buch ist in einer Umgangssprache geschrieben, die kein Vorbild kennt, in einer archaischen Erzählweise, die Regeln eines modernen, dem Realismus verpflichteten Romans missachtet.
“My Life in the Bush of Ghosts” ist auch der Titel eines Albums von Brian Eno und David Byrne. Als dieses 1981 erschien hatten die beiden, jeder für sich mit ihren Gruppen Roxy Music und Talking Heads – Eno auch solo – schon Wesentliches der vergangenen Musikdekade abgegehandelt. Rock, Glam, New Wave, und experimentelle Musik gehörten zu ihren bekannten Oevres. Ebenso verzeichneten die zu jener Zeit immer noch virulenten, aber schon etwas in die Jahre gekommenen Genres Punk und New Wave zunehmend nur noch graduelle Veränderungen. Syntiepop und New Romatic standen auf der Matte.
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