Pünktchen ohne Anton – Kurzkritiken zu aktuellen Tonträgern

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Sleepy Sun – Fever

Sleepy Sun setzen da an, wo sie im letzten Jahr aufhörten. Die Gitarren schichten sich zu einem prolligen, psychedelischen Brett und die Stimmen verlieren sich in einem Fleetwood Mac-Kosmos, in dem Patchouli zum guten Duft gehört. Der Opener verrät schon alle Tricks von Sleepy Sun. Der Progrock kommt nach Hause und bekommt weiche, sphärische Vocals zum Abendbrot. Die Gitarren bratzen und flirren durch Kaliforniens Traumsonne, der Surfer sucht nicht nur nach der perfekten Welle, sondern auch nach dem nächsten Bong. „Sleepy Sun – Fever“ weiterlesen

Joanna Newsom – Have One On Me

Joanna trägt ihre Harfe durch das Hotelzimmer. Sie braucht keine Hilfe. Es ist ihr Baby und da lässt sie keinen Fremden dran. Ein schwerer Brocken ist auch ihr neues Album. Zwei Stunden Musik auf drei Scheiben, das ist schon mal eine Ansage. Ihre Hörerschaft wartet schon seit geraumer Zeit gespannt auf die ersten Töne und wird belohnt. Alle anderen werden Joanna mit großen Augen angucken und fragen: “Warum machst du das?“ „Joanna Newsom – Have One On Me“ weiterlesen

Jaga Jazzist – One-Armed Bandit

Ein Kopf wurde schon gekürzt, doch da sind immer noch neun Gehirne, die versuchen einen klaren Gedanken zu fassen. Die Bläser blasen gegen Fusion-Gitarren und das Schlagzeug versucht mit dem Flanger-Bass eine Wochenendbeziehung zu führen. Die Norweger Jaga Jazzist legen nun schon, wenn man die EP’s auch mitzählt ihr neuntes Album vor und nicht vieles hat sich verändert. Immer noch sind wahnsinnig viele Musikstile involviert. Da fliegt schon mal eine Fernsehmelodie vorbei und grüßt Captain Future mit einem Nebelhorn. Die Galaxie hat nicht nur einen Todes-Stern. „Jaga Jazzist – One-Armed Bandit“ weiterlesen

Espers – III

Du trocknest die gesammelten Kornblumen in einem Buch. Ob auf dem Klappentext „Moby Dick“ steht, interessiert dich nicht. Dick und schwer muss es sein. Genau in die Mitte legst du sorgfältig deine Blümchen. „Espers – III“ weiterlesen

Baroness – Blue Record

Deine Haare wehen im Wind. Falls mal kein Windchen geht, schmeisst du den Ventilator an. Nur wehendes Haar ist gutes Haar. Lange Haare bei Männern sind leider verpönt. In Frauenzeitschriften musst du lesen, dass das affig aussieht. Mist, das hat alles jetzt zwei Jahre gedauert und nun soll der Wildwuchs wieder ab? Gitarrespielen ohne fliegendes Mosh-Haar macht auch nur halb so viel Spaß. Der Vollbart ist das neue Metalindiz. Steht sogar in der Bravo. Baroness haben beides. Auch Muskel-Shirts mit blutigen Schriftzügen drauf. „Baroness – Blue Record“ weiterlesen