Plaid – Scintilli

Andy Turner und Ed Handley ist es immer gelungen Melodien über große Bögen zu spannen. Und diese Spannung eindrucksvoll über ganze Alben zu halten. Vor allem diese großen harmonieunterfütterten Gesten waren es, die Plaid und vielleicht noch Orbital einen besonderen Rang im elektronischen Genre einnehmen ließen. Denn sie feierten mit ihrem Ansatz auch immer das Diktum des elektronischen Klangs überhaupt, ohne sich kleinmütig in Untergenres zu verfangen. Das mehrstimmig Ausgeführte in klanglich fast renaissancehafter Entrückung ist es, was uns an Plaid gern den Atem raubt.
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Biosphere – N-Plants

Was ist die Vorsilbe Bio- heute eigentlich noch wert? In Zeiten von Bio-Ketchup, Bio-Fertiggerichten und Bio-Amaranthmüslis, die zu mehr als 25% aus Zucker bestehen, Biorohrzucker versteht sich, scheint die reine Lehre ferner denn je. Der Norweger Geir Jenssen, dessen Frühwerke in den 90ern auszugsweise schon in der MTV-Chill-Out-Zone liefen, war nie Vertreter irgend einer Art von reinen Lehre. Das mögen vielleicht manche beruhigend finden. Dafür hat er aber leider kaum neue Erkenntnisse im Gepäck. „Biosphere – N-Plants“ weiterlesen

Ital Tek – Midnight Colour

Doppelbereiche, Hybride, Verschmelzungen, Subgenres. Nur so schreitet die Evolution aller musikalischen Stile voran, und der Bereich des Dancefloors liegt dabei allzu oft im Mittelpunkt aller Schnittmengen. Der Brightoner Alan Myson weiß das. Vor kurzem erschien sein zweites Ital Tek-Album „Midnight Colour“. Dort treffen Elemente von Dubsteb, Garage und 2-Step auf einander. Mischfarben entstehen, Abtönung, keine Extreme.
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Autechre – Oversteps

Der Weg ist langsam ansteigend und kurvig. Hoffentlich sind wir bald auf dem Gipfel angekommen. Oder können ihn zumindest schon sehen. Die Flanken des ersten Berges sind flach. Der Aufstieg erfordert ein wenig Geduld. Einen lange Blende scheint endlos in unbekannte Höhen zu führen. Alles brummt irgendwie glockig. Dann endlich lichtet sich das Dickicht ein wenig, Rhythmus setzt ein.
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Aestate – Superflat

Aestate haben mit ihrem zweiten Album “Superflat” ein ziemlich dickes Brett gebohrt. Über 74 Minuten Länge hätten in einem anderen Zusammenhang schon mal für ein Doppelalbum oder eine 5-EP-Box gereicht.
Die Motivik ist gleichermaßen dunkel und schön. Langsame streicherähnliche Flächen mäandern als wolkige Gebilde durch episch angelegte Tracks. Filter öffnen sich wie unentschlossene Muscheln „Aestate – Superflat“ weiterlesen