Rufus Wainwright – All Days Are Nights: Songs For Lulu

Rufus Wainwright hätte sich zurücklehnen können, um in aller Ruhe ein neues pompöses Meisterwerk aufzunehmen oder sich die Fingernägel stutzen zu lassen. Doch der Wunsch sich einfach ans Klavier zu setzen und zu spielen war größer. All der Glam und der Strass der vergangenen Jahre liegen nun auf Eis. Rufus geht zu den Wurzeln zurück, dorthin, wo nur ein Instrument ausreichte, die Stimme des Sängers zu begleiten. Keine Pauken und Trompeten für ein rosa Lebensgefühl. „Rufus Wainwright – All Days Are Nights: Songs For Lulu“ weiterlesen

Chris Garneau – El Radio

Das Harmonium holt tief Luft. Streicher setzen sich auf den Fenstersims. Die weißen Tasten des Pianos werden behutsam berührt. Trägt er etwa Handschuhe? Nur nicht zu viel Aufsehen erregen. Tusch! Chris Garneau betritt den Waschkeller. Ganz in schwarz gekleidet hält er seinen Wäschesack in den Händen. Hier wird heute sauber gemacht. Tiefenreiniger inklusive. „Chris Garneau – El Radio“ weiterlesen

Rufus Wainwright – Milwaukee At Last !!!

Rufus betritt die Bühne. Der Applaus schallt ihm entgegen. Er nimmt das Mikro vom Piano, wirft den Schopf in den Nacken, schließt die Augen und erhebt seine Stimme. Das Publikum ist vom allerersten bis zum letzten Ton gefangen. Der Meister hat sich die Zuschauer einfach genommen. Fragen brauchte er nicht. Sie waren schon willig angereist. Perfekt! „Rufus Wainwright – Milwaukee At Last !!!“ weiterlesen

Klassiker: Jason Molina – Pyramid Electric Co

Mit trockenem Mund, einer Gitarre und einem Piano ausgestattet torkelt Jason Molina durch die von ihm so geliebte Neil Young-Wüste. Als Erholung von seiner Hauptband Songs:Ohia, die zur Zeit unter dem Namen Magnolia Electric Co musiziert, nahm der Singer- Songwriter 2004 ein Manifest der Langsamkeit auf, das leider nicht viel Beachtung fand. “I want to be true like the solid earth.” Molina singt und winselt sich durch lange, düstere Songgebilde und zieht sich bis auf die Unterhose aus. Die wunderschöne Liveatmosphäre macht einem ständig eine Gänsehaut. “Hey sucker are you lonely?” Ein Kleinod unter den “lonesome cowboy releases” der letzten Jahre. “Pyramid Electric Co” ist unbequem und sentimental.
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