Stephen Malkmus & The Jicks – Wig Out At Jagbags

Stephen Malkmus liefert ab. Der Ober-Slacker ist auch nach all den Jahren nicht unkreativ geworden. Der Retro-Langweiler vom Campus hat ein paar Liedchen im Gepäck, die so fluffig sind, dass du sie ungeniert als Lieblinge bezeichnen kannst. „Stephen Malkmus & The Jicks – Wig Out At Jagbags“ weiterlesen

Wet Paint – Woe

Du schiebst dich durch London. Auf deinen Ohren ist aber nicht der Britpop der Stunde, sondern der College-Rock und Grunge der vergangenen Jahre. Auf deiner Jeansjacke steht Dinosaur Jr. neben Pavement und den Breeders. Sonic Youth in schön. Ja, das sind Wet Paint. „Wet Paint – Woe“ weiterlesen

Die Wahl ist dein! Vol.4: Siamese Dream vs. Crooked Rain Crooked Rain

Das Spiel ist ganz einfach. Obwohl man kommt schon ins Grübeln. Wenn es nur eine der Platten geben könnte, welche würde es sein? Du musst bedenken, die andere ist dann für dich nicht mehr zu haben, zu hören und zu sehen. Welche ist wichtiger? Welche hat mehr persönliche Relevanz, kulturelle Bedeutung oder welche von beiden ist einfach nur das bessere Album und somit der eindeutige Sieger? „Die Wahl ist dein! Vol.4: Siamese Dream vs. Crooked Rain Crooked Rain“ weiterlesen

Surfer Blood – Astro Coast

Oh, da ist es wieder dieses Vampire Weekend-Gefühl! Alle Mann über die Reling. Gitarrenbands haben ihre Eintönigkeit satt und suchen nach unentdeckten Sandbänken. Jeder schlürft zur Zeit gerne an Mandelmilch und sammelt auf Flohmärkten Afro-Beat-Utensilien. Deine Peergroup twittert wie wild. Früher wurde Jimi Hendrix als Gitarrengott verehrt. Heute wird schamlos Paul Simon auf Fragebögen gekritzelt. Die Hall-Gitarre scheppert doch so schön in Tobago. Wusstest du das nicht?
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Sonic Youth Live – Düsseldorf 24.04.2009

Anlass des Konzertes war die aktuelle Ausstellung “SONIC YOUTH etc.: SENSATIONAL FIX” in der Düsseldorfer Kunsthalle vom 31.01. bis 10.05.2009. Gewissermaßen als Dank für die Anerkennung schoben Sonic Youth am 24. April auf ihrer aktuellen Minitour eine Live-Sonderschicht im Düsseldorfer Beton-Club 3001 ein. Zur Verstärkung brachten Gordon, Moore, Ranaldo und Shelley an diesem Abend Mark Ibold von Pavement an der Bassgitarre mit auf die Bühne.
Der Club war mit 1200 Gästen ausverkauft, dennoch war die Stimmung seltsam verhalten, geradezu distanziert. Und die Distanziertheit beruhte merkwürdigerweise auf Gegenseitigkeit. Obwohl die Rahmenbedingungen stimmten, fehlte irgendwie die letzte Intensität und Hingabe auf Seiten von Band und Publikum. Wenn die Ansagen einsilbig waren, wurde schon verhältnismäßig viel gesagt. Wenn sich ein jubelndes Paar Arme in die Luft warf, dann blieb es meistens allein.
Nach dem dritten Stück z.B. entsteht eine kleine Pause, Thurston Moore wendet sich leicht vom Publikum ab und murmelt halblaut “Düsseldorf”. Gleichzeitig erscheinen auf dem Hinterbühnenscreen Impressionen aus einer Publikumsmenge. Moore hebt langsam den rechten Arm und winkt kurz die Menge im Video an. Das war’s, nächste Gitarre, nächste Stimmung, nächstes Stück. So blieb es insgesamt den ganzen Abend recht kühl, obwohl der Sound gut war, obwohl die illustrativen Videos klug ausgewählt waren (Bühnennebel nur auf der Leinwand!), obwohl die Backliner an den Dutzendgitarrenbatterien ihre brave Arbeit verrichteten und obwohl das Set mit zwei Zugabenblöcken ca. 85 Minuten umfasste und eine ausgewogene Retrospektive des Sonic-Youthschen Werkes abbildete. Es blieb dennoch die souverän, aber sachlich verwaltete Bestandsaufnahme eines großen Gitarrenwerkes.
Das einzige Stück, das mich dann doch noch mit seiner ganzen Schönheit erreichte, war auch schon die letzte Nummer des Abends. “Expressway to Yr. Skull” von einem der besten SY-Alben “Evol” – schneidend und weinend lief es in einen gut 10minütigen Instrumental-Epilog aus. Immer noch eine der charakteristischen Forschungsgebiete und Kernaussagen von Sonic Youth, Soundschichtungen, Noisewalls, Restbrummen, Dauerrückkopplungen, die sich Nuance um Nuance zu einander verschieben, aufschaukeln, wieder abklingen. Hätte für mich noch sehr viel länger so weiter gehen können, in Feedbacks. Schade. Ein wenig.