Pantha Du Prince & The Bell Laboratory – Elements of Light

Hendrik Weber geht noch mehr nach draußen und bleibt dennoch mit dem Fernglas in der Hand mit einem Blick in die Kunsthalle hinter dem Club präsent. „Pantha Du Prince & The Bell Laboratory – Elements of Light“ weiterlesen

Glasser – Ring

Ein Windspiel klimpert draussen auf der Veranda. Tonfänger nehmen das mit Kusshand und stecken dies dann in Songs. Ist Cameron Mesirow auch so eine? Scheint so. Glasser versucht Stimmungen einzufangen. Ihre klare Stimme liegt über den exotischen Sounds, die nur augenscheinlich aus der Konserve kommen. Programmier schon mal! Der Perkussionsbaum nadelt. „Glasser – Ring“ weiterlesen

Pantha Du Prince – Black Noise

Große Teile zerfallen in kleinere. Kerne zerfallen in Isotope. Von großen Sätzen bleiben später oft nur scharfkantige Worthülsen. Der Wind entreißt den Porenkapseln des Mohns seinen Sameninhalt und verteilt diesen wie aus einem Salzstreuer gegossen über seiner Umgebung. Wenn die Tage der Aristokratie gezählt sind, zerfallen einst tief empfundene große Gefühle in restaurative Sentimentalität und kleinmütige Missgunst.
„Pantha Du Prince – Black Noise“ weiterlesen

Christian Naujoks – Untitled

Mitte März schon erschien beim Hamburger Label Dial, das sich unter anderem durch Veröffentlichungen von Lawrence und Pantha Du Prince hervorgetan hat, das Debutalbum “Untitled” von Christian Naujoks. Darauf finden wir 32 Minuten Reduktion und Präzision, Kalkül und Bescheidenheit. So sehr beim ersten Hören die stilistischen Sollbruchstellen des Albums irritieren, so wird bei jedem weiteren Hören um so klarer, dass gerade diese alles ins Lot bringen, die Stabilität dieses Albums ausmachen.
Im Vordergrund steht zunächst ein ganz in der Tradition des 20. Jhds. stehendes Klavierspiel. Einsilbig und kühl kommt dieses daher, mit Hall und gemessenen Pausen. Hier und da werden ihm sparsam Begleiter mit auf den Weg gegeben, bei “Maladies” ist es eine Marimba, bei “Two Epilogues: No1/2” dürfen Flöte und gezupfte Streicher variieren.
Dann der Bruch: Eine betörende, fast zu sanfte Coverversion von New Orders “Leave Me Alone” lässt als erstes gesungenes Stück in aller Gemessenheit die Sonne aufgehen. Für sich allein stehend würde dieser Song zu sehr nach matt glänzender Melancholie heischen. Das hätte man dann doch eher einem Ekkehard Ehlers mit März überlassen. Aber so in seinem Albumzusammenhang wirkt es beim Weiterhören nicht nur nicht mehr wie ein fremdelnder Bruch ins zu Sentimentale, sondern wird zu einem der kontrastierenden Eckpfeiler einer Klangarchitektur, die Raum schafft für eine umfassende minimalistische Klarheit, die im weiteren Verlauf noch leicht rhythmisierend verdichtet wird.
Diese Ästhetik erreicht am Ende des Albums ihren Kulminationspunkt. Dann nämlich, wenn sich Naujoks mit einem weiteren Kontrast, dem der Verzerrung und der tatkräftigen Mithilfe von Dylans “It’s All Over Now, Baby Blue” von jeglicher Anmaßung an Kitsch befreit, ein letzter Ballast abgeworfen wird.
Hörbeispiele gibt es hier:

Jahrgangsgeräusche 2007 – Axel Ganz

Interpret – Titel – Album – Label
01. Benicio Del Toro: Shake, Rattle And Roll – O.S.T. „21 Grams“ – Varese Records *
02. Pantha Du Prince: Saturn Strobe – The Bliss – Dial
03. Signal: Wismut – Robotron – Raster Noton
04. Digitalism: Zdarlight / I Want, I Want – Idealism – Kitsune Music / EMI
05. Justice: D.A.N.C.E – Cross – Warner Music Europe
06. Cornelius: Fit Song – Sensuous – Warner Music Japan **
07. Von Südenfed: That Sound Wiped – Tromatic Reflexxions – Domino Records / RT
08. Burial: Raver – Untrue – Hyperdub Records
09. Amy Winehouse: Back To Black – Back To Black – Universal Records **
10. Caribou: After Hours – Andorra – City Slang
11. Phonomet: Opening Theme – O.S.T. „Burial And Suspect – myspace.com
12. Rooftop Access: Room For Triangles – Easy Glistening – laridae.at
13. Karlheinz Stockhausen: Die Weiterentwicklung von Musik und Menschheit
14. Arcade Fire: Intervention – Neon Bible – Merge