Joanna Newsom – Have One On Me

Joanna trägt ihre Harfe durch das Hotelzimmer. Sie braucht keine Hilfe. Es ist ihr Baby und da lässt sie keinen Fremden dran. Ein schwerer Brocken ist auch ihr neues Album. Zwei Stunden Musik auf drei Scheiben, das ist schon mal eine Ansage. Ihre Hörerschaft wartet schon seit geraumer Zeit gespannt auf die ersten Töne und wird belohnt. Alle anderen werden Joanna mit großen Augen angucken und fragen: “Warum machst du das?“ „Joanna Newsom – Have One On Me“ weiterlesen

Midlake – The Courage Of Others

Sich vom Pop zu distanzieren, scheint ein respektabler Weg zu sein. Midlake wollen gar nicht in der Plastikwelt auf Genre-Parties spielen. Die Grammys sind für die Jungs wohl eher Werkzeug, um Geröllmassen zu zerkleinern. Das Scheinwerferlicht ist halt kein Tageslicht und nur nachts sind alle Eulen grau. Lieber bleiben sie eine Fata Morgana und flimmern am Ende des Horizontes. „Midlake – The Courage Of Others“ weiterlesen

Owen Pallett – Heartland

Der Violinenkasten ist mit unzähligen Aufklebern beklebt. Das die Fluggesellschaften auch immer so resistente Dinger nehmen müssen. Wie oft wohl schon Owen Pallett an diversen Flughäfen dieser Welt an der Sperrgutausgabe stand und schwitzend und trippelnd auf sein Schätzchen gewartet hat? Das man auch immer sein liebstes Stück nicht mit in den Flieger nehmen darf. Doch bis jetzt ist immer alles gut gegangen. Nach ausgiebigen Touren mit Arcade Fire und den Hidden Cameras war es an der Zeit, auch mal was für das eigene Gemüt zu tun. Die Welt war bereit für große Arrangements und Geschichten aus Traumländern. Nimm uns mit ins Abenteuerland.
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Patrick Wolf – The Bachelor

“Der kleine Patrick hat sich auf dem Mittelaltermarkt verlaufen. Er möchte bitte von seinen Eltern, in der Nähe der Zugbrücke abgeholt werden.” Doch seine Eltern sind schon mit der Kutsche weiter gezogen. Mach doch einen Song draus! Der Blondschopf hat nur seine Geige im Rucksack. Uncooler geht es nicht. Er selbst nennt sich Prinz. Pop-Prinz mit bisexueller Neigung. Wenn’s schön macht?
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Klassiker: Deep Purple – The Book of Taliesyn

Bevor Deep Purple begannen ihre Sänger zu wechseln wie der Knappe das rostige Kettenhemd und sie infolgedessen in den Untiefen des Hardrock Leck schlugen, experimentierte die Band mit Psychedelic, Pop und Folk. 1968 erschien ihr zweites Album “The Book of Taliesyn“. Da sang noch Rod Evans. Ein Mann, der in eine Liga mit Scott Walker und Tom Jones gehört. Er brachte mit seinem knödeligen Pathos einen der charakteristischen Eckpfeiler des Deep-Purple-Sounds jener Tage ein.
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