Gudrun Gut – Wildlife

Wie viel Wildnis in der Uckermark steckt, das wissen nur die Uckermarker und Gudrun Gut. Gut suchte sich ein Plätzchen, um ein neues Album zu produzieren, weit weg von der hippen Szene in Berlin, den Tagträumern in den Frühstückssalons und den Angebern mit den Vollbärten und Jutebeuteln des Nightlifes. So findet sie ihren Garten, ihre Ruhe und Seelenfrieden also nicht in Berlin. „Gudrun Gut – Wildlife“ weiterlesen

Komet – P.S.T

Im vergangenen Jahr hatte Frank Bretschneider ja schon auf „EXP“ mit ebenso experimentellen wie expressiven Eskapaden geglänzt, die angereichert mit ästhetischen Filmen zu einem sehr stimmigen Visual-Music-Werk gerieten. Nun findet er unter seinem Pseudonym Komet zurück in die Gefilde des Minimal und wendet Erprobtes an.
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Alva Noto – For 2

Auf Aristoteles geht die Vorstellung zurück, dass die Natur die Leere scheut, sodass jedes Vakuum bestrebt ist, sich mit Materie zu füllen. Während dieser Horror Vacui eine Konsequenz der atomaren Struktur ist und heute lediglich von historischem Interesse ist, hat ihm die Quantentheorie in veränderter Form wieder Leben eingehaucht. Es stellte sich heraus, dass selbst ein materiefreier Raum nicht leer ist, sondern stets von einem schwachen Quantenrauschen des elektromagnetischen Feldes erfüllt wird. „Alva Noto – For 2“ weiterlesen

Klassiker: Plastikman – Consumed

Die experimentierfreudige Hektik elektronischen Entdeckertums rollte Mitte der 1990er Jahre nach allen Seiten in mehr oder weniger relevante Subgenres und Verfeinerungen aus. Insbesondere Breakbeat und Drum’n Bass hatten mit Recht für starke Gewichtsverlagerungen gesorgt. Acidhouse war stattdessen in Erstarrung auskristallisiert. Die Energien waren gewichen, die Hipness der Clubatmosphären diffundiert.
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Matias Aguayo – Ay, Ay, Ay

Tschilp, tschilp, tssich, ouuaahoo… Für das Konzept fast ausschließlich vokale Akte auf seinem ersten Soloalbum „Ay, Ay, Ay“ zu benutzen ist Matias Aguayo viel gelobt worden. Mit recht, so etwas kannte man doch bis dato nur von Björk mit “Medúlla“. Die Imitation maschinisierter Instrumentierung elektronischer Tanzmusik wirkt bei Aguayo wie ein individueller Befreiungsschlag, der die Skala der Konnotationen seines melodischen Oevres um traditionelle lateinamerikanische Musik in die eine und Humor in die andere Richtung erweitert.
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E'De Cologne: E'De Love

Was ist Minimal? Was ist Disco? Was ist Techno? Begriffsbestimmungen. Was gibt es aktuell zur Entwicklung der elektronischen Musik in Köln zu sagen? Welche Bedeutung hat die CSD-Open-Air als Party? Standortbestimmungen. Die unterhaltsame Transkription einer lockeren Gesprächsrunde mit den DJs Tobias Thomas, Hans Nieswandt, Riley Reinhold und Dietmar Saxler über Clubkultur, Orte und elektronische Subgenres füllt ein geschmackvolles Magazinheft, das der Jubiläums-Compilation E’de Love der Kölner Veranstaltungsinstitution E’de Cologne beiliegt.
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Bloody Mary – Black Pearl

Ostinat treibt ein stolzes Drum-Pattern seinen Weg durch die Wüste der Stille. Es ist einsam und der Weg wird lang. Mit der Zeit macht sich Ungeduld breit. Werden wir verdursten? Moment, es gibt Hoffnung; aus der Ferne wehen streicherähnliche Synthesizer weiche Akkordflächen herüber. Welch Labsal! Doch, so weich und unverhofft sie kamen, so schnell hat sie der Wind wieder fortgetragen.
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Ben Klock – One

Ben Klock verpresst zwar nicht den reduziertesten Minimal Techno, aber er ist ziemlich nah dran. Er weiß sehr gut zu unterscheiden, was an einem Clubtrack essenziell ist und was nur Plüsch. Supermayer werden ihm auf die Dauer zustimmen, zustimmen müssen.
Ben Klocks stärkstes Charakteristikum ist das vehemente Eindampfen tonaler Elemente. Alles um die Kernidee des 4/4tel-Drum-Patterns herum wird in die Zentrifuge gesteckt und hinausgeschleudert, wenn es zu prahlerisch ist. Was dann noch übrig bleibt, sind hintergründige Ambiencen, leichte Andeutungen eines weichen Basses, hier und da ein synkopisches Arpeggio-Synth-Motiv – immer sehr detroitmäßig.
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Klassiker: Robert Hood – Internal Empire

Ein Mann beschließt, sich von den großen Gesten der Techno-Clubs Europas abzuwenden. Er zieht aus, um in bis dahin unbefahrenen Klang-Ozeanen einen neuen Mikrokosmos zu entdecken. Eine Pioniertat bahnt sich an. Man schreibt das Jahr 1994 und seine kleine Meeresfarm wird forthin Minimal Techno genannt.
Der Mann heißt Robert Hood und der Plankton, den er schöpfte, widersprach den Hörgewohnheiten. Er sprengte die Paletten des technoiden Geräuschkanons jener Tage und befreite diesen zugleich. „Klassiker: Robert Hood – Internal Empire“ weiterlesen