Jack Peñate – Everything Is New

Jack Peñate ist zurück. Und wie! Alles ist neu! Und Jack meint es ernst. Das launige, vor sich hinhüpfende, von Housemartins und Billy Bragg beeinflusste Debüt “Matinée” scheint vergessen. Rave ist nun angesagt. Dance-Elemente mischen sich mit seiner zu Robert Smith gereiften Stimme. Indie-Rave für Charlatans– und Style Council-Anhänger. Den Hall als neues Stilmittel für sich entdeckt nutzt Jack Peñate seine außergewöhnlichen Songwriterfähigkeiten, um uns tanzscheue Pubsteher auf die vernebelte Tanzfläche zu locken. „Jack Peñate – Everything Is New“ weiterlesen

La Roux – La Roux

Die 80er Jahre sind immer noch präsent. Nicht nur in der Mode, auch in der Musik. La Roux nutzen alle heutigen Möglichkeiten, um ein Retroalbum, wie dieses eines ist, unters Volk zu bringen. Natürlich spielt auch der Style eine gewichtige Rolle. Elly Jackson hat sich eine Frisur auf den Kopf schneiden lassen, die ein wahrer Hingucker ist. Flammendrot kurz mit ausladener Tolle.
Für jeden Fotografen und Transgendersympathisanten ein gefundenes Fressen. Der Bravofotostarschnitt könnte ein Comeback vertragen. Und Elly Jackson wäre meine erste Wahl. Sie strahlt kühlen Sex aus und dieses Burschikose lässt bestimmt vielen Männern und Frauen das Herz höher schlagen. „La Roux – La Roux“ weiterlesen

The Maccabees – Wall Of Arms

In der Kirche hallt immer alles so schön. Doch wenn es nach Kirche klingt, wirkt es auch automatisch ein wenig größer als es eigentlich ist. Das ist das Hauptproblem der Maccabees. Sie wollen groß sein. Sie greifen nach den von Arcade Fire verfeuerten Sternen. Manchmal erwischen sie sogar einen, doch des öfteren fahren sie mit leerem Körbchen heim.
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Golden Silvers – True Romance

London scheint der Regen gut zu tun. Der junge Gwilym Gold liebt das Nasse und die Sonne um so mehr. Seine Kunst besteht aus Zitatereißen und Perlen aus der See fischen. Die Golden Silvers erarbeiten sich als Trio ein wahnwitziges White Soul-Feeling, das durch’s ganze Bleachen weißer als der bekannte Riese zu sein scheint. Die Gitarren wurden eingemottet und die Keyboards geben den Ton an.
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Official Secrets Act – Understanding Electricity

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“Na, wo kommt ihr denn her?” Sollte man ehrlich sein oder muss eine Notlüge helfen? Leeds klingt da natürlich nach harter Realität.
Also, London ist zwar für horrende Mietpreise berüchtigt, doch auch die Musikszene hat einen gewissen Ruf. Da kann ein Umzug mit Sack und Pack nicht schaden. Sänger Tom Burke schnappte sich seine Jungs und zog ins Paradies.
Scheppernd und mit schwurbeligen Indiekeyboards geht’s in den Indieclub. Tolle Songs haben sie im Gepäck. Immer wieder wird auf die Tube gedrückt und das Tanzbein zuckt unwillkürlich pausenlos mit. Doch das können andere Jungs aus London auch. Was macht “Official Secrets Act” dann so besonders?
Gut, die klugen Texte und shuffleligen Rhythmen seien erwähnt. Aber das was “Understanding Electricity” so anspruchsvoll macht sind die unerwarteten Brüche. Songs kippen ins Folkige. Liebestolle Balladen werden zu Hammeruptempobrechern. C-Teile werden zu Hooklines und Michael Evans’ Keyboardlinien retten seinen Berufsstand. “Official Secrets Act”, die Band für alle verschwitzten Clubkids und Zuhausebiertrinker.
London ist halt nach wie vor eine Reise wert.
Erschienen bei One little Indian