Roger Eno – Little Things Left Behind

Du siehst aus wie der junge Brian Eno an einem guten Tag, sang einst Tilman Rossmy. Doch hier soll es sich gar nicht um Brian, Roxy Music, Apollo oder Frisuren drehen, denn Roger Eno, der jüngere Bruder des Poptitanen, bekommt nun mit Little Things Left Behind seine eigene Werkschau. „Roger Eno – Little Things Left Behind“ weiterlesen

Scott Matthew – Gallantry’s Favorite Son

Scott Matthew schafft es irgendwie auf jedem Album, sein Gespür für Tragik noch zu verfeinern, ohne in die Kitschfalle zu tappen. Seine sparsam arrangierten Stücke besitzen Eleganz. Seine Worte sind weise gewählt. Er nutzt seine stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten, um aus kleinen Songs, große zu machen. Er schwebt, wie eine alte Trauereule über den Akkorden. Manchmal wirft er im Fluge ein paar Taschentücher ab. Vorsicht, es kann auch schon mal ein Sarg sein! „Scott Matthew – Gallantry’s Favorite Son“ weiterlesen

Dakota Suite – The Hearts of Empty

Im Augenblick des Versinkens beschreibt der Fotograf, dass nur schwarze und weiße Gegenstände in Schwarz-Weiß zu fotografieren sind. Kaum ausgesprochen setzen verhaltene Tasten ein. Eine minimalistische Kombination von Pianoforte, Kontrabass und Besenschlagzeug fächert sich sogleich in fragilen Introspektionen auf, die dich leichtfüßig aber unaufdringlich umtänzeln. Zur Berührung wird es nie kommen. Momente des Sinnierens über Lebenserfahrungen stehen im Mittelpunkt. Sie drehen sich langsam um sich selbst, sehr langsam. Namen spielen keine Rolle.
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Hauschka – Foreign Landscapes

Neuorientierung auf den Bühnen der Welt. Umverteilung als Programm. Lastenausgleich in Feinwebtechnik. Hauschka hat die Stücke auf „Foreign Landscapes“ mit sehr viel Gespür für jedes Detail in ungewohnter Art arrangiert. Was früher von zwei Händen und Klängen präparierter Saiten getragen wurde, entfaltet sich nun mit den Möglichkeiten eines ganzen Ensembles.
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Antony and the Johnsons – Swanlights

Antony arbeitet mit Wucht. Seine Stimme gibt dir den Liebestrank, das Gift und die Tränen. Wie ein Vögelchen, das gerne ein Adler wäre, sitzt Antony auf dem Felsen der Avantgarde. Die Flügel sind von Tierquälern gestutzt worden und doch breitet Antony die Arme aus und versucht zu fliegen. Er fällt, doch genau das wollte Antony doch. Fallen. Um sich dann wieder selbst zu fangen. „Antony and the Johnsons – Swanlights“ weiterlesen

Espers – III

Du trocknest die gesammelten Kornblumen in einem Buch. Ob auf dem Klappentext „Moby Dick“ steht, interessiert dich nicht. Dick und schwer muss es sein. Genau in die Mitte legst du sorgfältig deine Blümchen. „Espers – III“ weiterlesen

Noah And The Whale – The First Days Of Spring

Charlie Fink hält uns die Super8-Kamera vor die Nase und ruft “Action!”. Der Vorhang fällt und wir finden uns auf einer kleinen Theaterbühne wieder. Einige Spots sind gesetzt und das Bühnenbild lässt einen Zauberwald erahnen, doch dahinter erstreckt sich eine viel befahrene Straße. Im Orchestergraben sitzen die Jungs und untermalen die ausgeklügelte Dramaturgie mit Kammermusik-Pop. Klassische Instrumente werden zum Pint gereicht und London hält sich angenehm zurück. Das Hippe fährt im Cab davon. „Noah And The Whale – The First Days Of Spring“ weiterlesen