Laura Marling – Once I Was An Eagle

Laura Marling kann sich auf sich verlassen. Sie weiß, ihre Stimme zu nutzen. Sie weiß, wie man Songs und ein Album aufbaut. Dabei changiert ihre Stimme zwischen Joni Mitchell und Sandy Denny hin und her, um am Ende doch in ihrer Brust zu ruhen. „Laura Marling – Once I Was An Eagle“ weiterlesen

Laura Stevenson and The Cans – Sit Resist

Die Gitarre rutscht vom Stuhl. Mit spitzen Fingern fängt Laura Stevenson sie auf, schnallt sie um und schon kommen wundersame Laute aus ihrem Rachen, während ihre Hand ein schnelles Picking ausführt. Eine Bassdrum ploppt und streicht etwas Blau ins Gefühl und die Sonne hat wieder einen Mund. „Laura Stevenson and The Cans – Sit Resist“ weiterlesen

Julia Stone – The Memory Machine

Julia Stone spielt gerne die spooky Aga-Kröte. Zusammen mit ihrem Bruder Angus ist das so und nun versucht die Australierin es alleine. Zuerst macht sie das Licht aus. Nur der Fernseher strahlt noch im Dunkeln. Über die Mattscheibe flimmern alte Horrorklassiker. Frauen schreien und rennen vor dem Ding aus dem Sumpf davon. Das alles ohne Ton. „Julia Stone – The Memory Machine“ weiterlesen

CocoRosie – Grey Oceans

Die Casady-Schwestern sind zurück. Richtig vermisst hatte man sie ja nicht. Nun geht der große Spuk weiter. Wenn Joanna Newsom dieses Jahr was Neues rausbringt, will man nicht hinten anstehen. Verständlich, denn der Ansatz der drei Künstlerinnen ist ähnlich. Verschrobenheit, Puppengesichtästhetik und die große Harfe sind die Hausmittelchen, die die Szenegrößen täglich inhalieren. Jeder angeklebte Bart und jedes Ballonröckchen sind „instyle“-tauglich. Wenn man nur die Stimmen hören würde, wäre ein Unterschied nicht auszumachen. „CocoRosie – Grey Oceans“ weiterlesen

Bill Callahan – Rough Travel For A Rare Thing

Die Ruhe vor dem Sturm. Bill Callahan zieht nie das Tempo an und wenn dann mit beiden Füßen auf der Bremse. Er ruht tief in sich und in seiner Stimme. Ein großer Geschichtenerzähler ist er geworden. Noch als Smog war er des öfteren kurz vor dem Aus, kurz vor der Selbstkasteiung. Teilweise sogar fast sprachlos. Ein leiser Zyniker. Doch seit einigen Jahren schimmern immer wieder Sonnenstrahlen durch das Gitterfenster und die zynischen Zwischentöne werden lautstark auf die Reise geschickt. „Bill Callahan – Rough Travel For A Rare Thing“ weiterlesen

Joanna Newsom – Have One On Me

Joanna trägt ihre Harfe durch das Hotelzimmer. Sie braucht keine Hilfe. Es ist ihr Baby und da lässt sie keinen Fremden dran. Ein schwerer Brocken ist auch ihr neues Album. Zwei Stunden Musik auf drei Scheiben, das ist schon mal eine Ansage. Ihre Hörerschaft wartet schon seit geraumer Zeit gespannt auf die ersten Töne und wird belohnt. Alle anderen werden Joanna mit großen Augen angucken und fragen: “Warum machst du das?“ „Joanna Newsom – Have One On Me“ weiterlesen

Bill Callahan – Sometimes I wish we were an eagle

Der Brummbär ist zurück ! Oh Wahnsinn diese Stimme, sie catcht einen schon nach den ersten Zeilen.
Bill Callahan, der Mann der mal Smog war und nun schon zum zweiten Mal aus dem Dunstkreis seines Alter Egos tritt, belässt eigentlich alles beim Alten. Seine Baritonstimme thront über einfach strukturierten Folkperlen.
Zwischendrin träumt Bill vom ultimativen, perfekten Popsong, doch am nächsten Morgen steht nur “Eid Ma Clack Shaw” in seinem Textbook.
Pech !
Trotzdem ist ihm mit “Sometimes …” ein ähnlicher Wurf gelungen wie damals als Smog mit “Knock Knock”. Das Album flutscht so durch, dass die Repeattaste schnell gedrückt werden sollte, um nochmal diese warme Stimme in sein Herz zu lassen. Am Ende wird es Zeit Gott zu verbannen, um endlich seinen inneren Frieden zu finden. Mantraartig zelebriert Mr. Callahan fast zehn Minuten lang seinen Entschluß ab jetzt Gott nicht mehr zu vertrauen.
Doch das Kernstück des Albums ist das famose “All thoughts are prey to some beast”. Wie zu besten “Red apple falls”-Zeiten steigert sich Bill zu krachenden Gitarren und Tomgewirbel in einen Rausch. “I will always love you, my friend”. Dito. Joanna Newsom sieht dies wohl anders. Gut, sie hat ja noch ihre Harfe.
Wer in diesen Tagen noch das I-Tüpfelchen zum ebenfalls saugeilen Bonnie “Prince” Billy Album braucht sollte sich Labelmate Bill Callahan zulegen. Jahreschartsempfehlung !