Wilco Live Hamburg, CCH-Congress Center Hamburg 23.10.2012

Nels Cline bekommt Szenenapplaus. Jeff Tweedy beschimpft einen Ordner des CCH. Glenn Kotche steht auf der Bassdrum. Mikael Jorgensen spielt den Synthie mit einem Kissen. Pat Sansone macht Rockerposen und wirkt dennoch genervt. Liegt es daran, dass alle nur Augen für Nels haben, obwohl Pat auch so wunderbar sein Instrument beherrscht? Damit ist der gestrige Konzertabend der Über-Band Wilco schon zusammengefasst. Nein, man muss noch mehr Worte finden für diese Sensation aus Chicago. Wilco kamen, sahen und siegten. „Wilco Live Hamburg, CCH-Congress Center Hamburg 23.10.2012“ weiterlesen

Wilco – The Whole Love

Wilco werden wieder musikalischer. Das könnte die Zeile sein, die reicht, um die Rezension abzufrühstücken. Ja, wäre die neue Scheibe nicht ein Highlight des Musikjahres 2011. „Wilco – The Whole Love“ weiterlesen

Jeff Tweedy – I Gotta Feeling

Der großartige Jeff Tweedy von Wilco covert sehr famos die olle Black Eyed Peas-Nummer “I Gotta Feeling”. Knaller! Von Wilco gibt es ja nächste Woche mehr. Das lässt mich aushalten… „Jeff Tweedy – I Gotta Feeling“ weiterlesen

Dr. Dog – Shame, Shame

Die Zeit verrinnt. Die Eieruhr hat noch weißes Granulat und keinen billigen Bimmel-Alarm. Die Band um Scott McMicken setzt sich in die Zeitmaschine und fliegt einfach mal vierzig fünfzig Jahre zurück, um dort nach den Geschichten zu wühlen, die sie in den IKEA-Bettwäschen nicht mehr zu finden glauben. McMickens Stimme ist so brüchig wie das grüne Band der Sympathie. Kumpelei ist gefährlich. „Dr. Dog – Shame, Shame“ weiterlesen

Jim O'Rourke – The Visitor

Die Sonic Youth-Tage sind vorbei. Auch die letzten musikalischen Treffen mit Tweedy und Kotche für das Projekt “Loose Fur” liegen einige Jahre zurück. Obwohl Kotche auf “The Visitor” wieder einmal beweist, wie wichtig gute Drummer heutzutage sind und Freundschaften innerhalb der Szene sowieso. Diesmal wirbt O’Rourke aber endlich wieder mit seinem eigenen Namen. Acht Jahre ist sein letztes Album nun her. Eine lange Zeit. Aber O’Rourke war ja nicht untätig. Sinustöne und Avantgarde-Gehoppel mit Kracheskapaden durften sich einige Auserwählte auf Kunstevents in den Ausstellungskatalog kleben. „Jim O'Rourke – The Visitor“ weiterlesen

Wilco – Wilco (The Album)

Wie eine alte fusselige Wolldecke kommt das neue Wilco-Album daher. Warm und leicht kratzig auf der Haut. Doch nach all den Jahren ist dieses Gefühl so angenehm vertraut, dass man sich gerne mit ihr schmückt. Jeff Tweedy schreibt immer noch tolle Songs. Warum sollte sich das auch geändert haben? Nach den epischen Platten “A Ghost Is Born” und “Sky Blue Sky” wirkt Wilco (The Album) recht entschlackt. Puristisch ist das falsche Wort, denn überall klingen Instrumente nach und füllen in wunderbarem Zusammenspiel jede noch so kleine Lücke. „Wilco – Wilco (The Album)“ weiterlesen

Richard Swift – The Atlantic Ocean


Die Frage, ob Lennon oder McCartney beantwortet Swift mit “The Atlantic Ocean”.
Würde John noch leben hätte er sich mit Sean um den Gastauftritt bei “Ballad of old what’s his name” geprügelt.
Der von Jeff Tweedy entdeckte Richard Swift meistert all diese Lennon-Prüfungen vorzüglich. Zum Teil im Wilco-Loft in Chicago aufgenommen erstrahlt das Album mit Rock’n’Roll-Banjo in funkelnden Facetten. Der Allrounder mit der Ausnahmestimme perfektioniert, mit dem auf Secretly Canadian erscheinenden Album, sein Songwritertalent.
Natürlich fehlt manchmal ein wenig der Dreck, doch das darf man ihm nicht vorwerfen. Und sogar die Kopfstimme bei “Lady Luck” verzeiht man dem Lockenkopf gern. Charmant dudelt sich Swift durch die Musikgeschichte. In den Pubs Liverpools dürfte so mancher Dartpfeil das Bulls Eye treffen. Die Amis sind halt überall zu Haus. Nach einem Rock-Doppelalbum holt Swift nun endlich die Radiotauglichkeit aus dem Gitarrenkoffer. Auch dies soll kein Vorwurf sein.
Somit ist “The Atlantic Ocean” ein mustergültiges Popalbum. Nicht nur für Wilco-Fans oder Langzeitbeobachter.