Prefuse 73 – Everything She Touched Turned Ampexian

Der Rhythmus der Loops ist feiner geworden, kleinteiliger. Weg von den breiten Beats des Hip-Hop. Hektik und Schärfe sind entwichen. Die Schlagzahl der Samplewechsel ist, verglichen mit gängigen Hörgewohnheiten, immer noch hoch, aber ihre Gesamtzahl ist geringer als auf früheren Prefuse 73-Alben. Es sind nicht mehr die brüchigen Samplegewitter, die uns um die Ohren gewickelt werden. So entstehen zwar nach wie vor vertrackt strukturierte Patterns und filigrane Muster mit hoher Bittiefe, doch der Gesamteindruck ist ein entspannterer.
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Klassiker: Steely Dan – Pretzel Logic

Tontechniker bevorzugen Steely Dan-Platten, um beim Soundcheck die Halle auszuloten. Klingt die abzumischende Band nur annähernd so clean und höhenlastig, geht der Daumen des Tüftlers in die Luft. Ein zufriedenes Lächeln huscht über sein Gesicht. Steely Dan sind die Mucker, die man als Schüler-Band verabscheut. Alles liegt am richtigen Platz, kein Tönchen verirrt sich auf der Tastatur des Glücks. Jedes Solo birgt klare Antworten und nachvollziehbare Wichsvorlagen. „Klassiker: Steely Dan – Pretzel Logic“ weiterlesen

Klassiker: Stephen Prina – Push Comes To Love

Kunst und Musik bestäuben sich gerne gegenseitig. Das hat Vorteile, kann aber auch störend sein. Stephen Prina versucht beides unter einen Hut zu bringen und er macht seine Sache ausgezeichnet. Bei Red Krayola einer von vielen zu sein, reichte wohl nicht aus. Ein Soloalbum musste her. Gut wenn man viele musikbegeisterte Kumpels aus der Szene kennt, die greifen einem gerne mal unter die Arme. 1997 gings ins Studio. Chicago war der Hotspot der Jazz und Postrock-Gemeinde. Jim O’Rourke hielt die Knöpfe im Visier und zeigte sein Können an diversem Instrumentarium. David Grubbs zerpflückte seine Gitarrensaiten zu einem Blumenmeer. „Klassiker: Stephen Prina – Push Comes To Love“ weiterlesen

Guido Möbius – Gebirge

Wucht. Durch eine Gletscherzunge gedrückte Attitüde. Experimentierfreude à gogo, dass es eine Frechheit ist. Hebel starker Kontrastierung wirken in etwas, das manchmal den Geist von Captain Beefhearts “Trout Mask Replica” wiederbelebt jedoch selbst viel moderner klingt. Eine aktuelle Überformung der Nachbildung, mit scheppernden Gitarrenakkorden und sehr freier Stimme. A-E-I-O-U-Ich-bin-Analphabet. Perfekt! Anfänger-Glücksmomente? Keineswegs. Guido Möbius ist ein versierter Artist. Alle Kompositionen auf “Gebirge” sind könnerhaft ohne dabei jemals besserwisserisch zu wirken.
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