Powell – Club Music

Bassverliebt. Und experimentierfreudig. Bassverliebt und experimentierfreudig und tanzbar und zwar ohne nach dem x-ten Aufguss gängiger Schulen der letzten Dekaden zu klingen. Wie kann man sich nur so locker, so unbekümmert und gleichzeitig so dunkel gerieren? „Powell – Club Music“ weiterlesen

Millie & Andrea – Drop the Vowels

Andy Stott und Miles Whittaker treiben mit Finesse ein dunkles Spiel, das aus der Garage einen Dschungel macht, der sich treibend mit dem stillgelegten Noise der letzten Jahre herumschlagen muss, um nicht Luftfeuchtigkeit einzubüßen. „Millie & Andrea – Drop the Vowels“ weiterlesen

Xiu Xiu – Angel Guts: Red Classroom

Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass sich Jamie Stewart doch noch einmal vom Pop abwendet und harte, kompromisslose Musik veröffentlicht. „Xiu Xiu – Angel Guts: Red Classroom“ weiterlesen

Scott Walker – Bish Bosch

Scott Walker ist im Mittelalter angekommen. Er setzt seine Choräle ungefragt in Szene. Ist er ein Minne? Da scheppert mal ein Industrial-Beat als Standbild über die Bildfläche, mal gibt es ein Gitarrenriff aus der Danzig/Satan-Ecke. Der Mond wird angeheult. Scott Walker lässt jede Hostie hart werden. „Scott Walker – Bish Bosch“ weiterlesen

Holly Herndon – Movement

Wie konkret wird Holly Herndon eigentlich? Vieles belässt sie bei Impulsen oder Wellen. Sie schickt angedeutete Percussions in den Äther, die manchmal so brachial zwischen angefixter Weltmusik und Metronom hin und her pendeln. „Holly Herndon – Movement“ weiterlesen

Andy Stott – Luxury Problems

Aus einem Keuchen wird ein Loop. Aus Touch wird Numb oder sogar Dumb? Aus der Hörgewohnheit solcher Strukturen einer Produktion resultiert manchmal ein Gefühl des Unbehagens, ein Gefühl des Erinnerns, ein Gefühl des Verschmelzens mit der Materie. Stott lässt das kalt. „Andy Stott – Luxury Problems“ weiterlesen

Mika Vainio – Fe3O4-Magnetide

Das Ohr ist nah dran an der oszillierenden Welle. Ganz nah dran. Im ersten Moment möchte man vor Schreck und in Anbetracht des hohen Drucks unwillkürlich einen Schritt zurücktreten. Doch sogleich schlägt einen die Genauigkeit der Darstellung in ihren Bann. Die Welle schnurrt und kratzt. Ihre Textur lässt sich im Geiste mikrometergenau nachzeichnen, so also würde man mit einem Mikroskop dicht über dem magnetisierten Band hängen.
„Mika Vainio – Fe3O4-Magnetide“ weiterlesen

The Hundred In The Hands – Red Night

Ein Grollen durchzieht die Nacht. Der Anschnallgurt schneidet sich ins Fleisch. The Hundred In The Hands geben Gas. Sie heizen über Stadtteilbrücken hin zu Single-Wohnungen, die so karg eingerichtet sind, dass eine Plastiktüte für den nächsten Umzug reicht. „The Hundred In The Hands – Red Night“ weiterlesen

Vagina Dentata Organ / The New Blockaders – Berlin, NK-Berlin 31.03.2012

Die Erwartung an Dauer und Intensität künstlerischer Darbietung hat sich seit Händel radikal gewandelt. Allein die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts zeigen, dass die Reduktion auf 15 Minuten singulärer öffentlicher Fokussierung noch unterschritten werden kann. Was die Dauer einer pop-musikalischen Performance angeht, so sind Maßstäbe, spätestens seitdem die Essenz des Rock’n’ Roll erfolgreich auf eine Sekunde Akkord eingedampft worden ist, obsolet. Gerade deshalb entstehen immer wieder neue Erwartungshaltungen.
„Vagina Dentata Organ / The New Blockaders – Berlin, NK-Berlin 31.03.2012“ weiterlesen

Xiu Xiu – Always

Jamie Stewart macht nun seit zehn Jahren den nervösen Zappelphilipp, der immer mit einem Bein im Grab oder in der Klinik ist. Manchmal ist aber auch einfach der Dark Room nur zu dunkel. Sein Projekt Xiu Xiu hat er stets durchgeschüttelt, so dass immer wieder einige Bandmates herausfielen oder dazugestossen sind, um nach einer Platte wieder kellnern gehen zu dürfen. „Xiu Xiu – Always“ weiterlesen