Pawel – Pawel

Die Kick ist sehr schön, klingt rund und voll und nicht zu hart. Noch besser kommt sie, wenn man den Kopf beim Hören ein klein wenig nach rechts neigt, nur wenige Zentimeter. Und wenn man dabei die Hüfte leicht eindreht und sich zur Seite wendet. Mit oder ohne Kapuze? Die Frage ist nicht so ohne Weiteres zu beantworten, und hängt von der jeweiligen Situation ab, z.B von der Größe des Raumes. Die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältig. Feine Stoffe, Holzböden und Aquarien machen die mild dancefloor-kompatible Versuchsanordnung zum einsamen Großstadttraum.
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Bodycode – Immune

Ätherische weibliche Chorstimmen fangen uns gleich zu Beginn. Was deren Attraktion angeht, so ist Bodycode offensichtlich einer Meinung mit Ben Klock. Das ist aber auch schon alles, was die beiden verbindet. Der gebürtige Südafrikaner Alan Abrahams alias Bodycode wandert mit seinem neuen Album “Immune” auf zeitlosen House-Pfaden.
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Krikor & The Dead Hillbillies – Land Of Truth

Franzosen sind schon eigenartig. Krikor ist auch so ein verrückter Vogel. Seit zehn Jahren taucht er an verschiedenen Orten auf, um dann schnell eine neue Baustelle zu eröffnen. Labels werden gegründet, Tracks veröffentlicht und lustige Nebenprojekte aus dem Boden gestampft. “Land Of Truth” ist sein erstes richtiges Album. Die Synthies kratzen und stolpern über Bodennebel. Die Gitarren zerren und düstere Wavestimmen singen kühl. No Wave für Franzosen! So als hätten sich Suicide niemals umgebracht. „Krikor & The Dead Hillbillies – Land Of Truth“ weiterlesen

Martyn – Great Lengths

Schon die ersten im Stotterrhythmus wiederholten Samples nähren meine Skepsis. Diese repetieren beharrlich den Namen des künstlereigenen Labels, eine viertstellige Zahlenkombination. Subtil ist das nicht. Nun ja, zur Musik gehört elementar die Wiederholung. Erst darüber kann sich rhythmische Struktur, Form der Fuge etc. bilden. Aber innerhalb dieser Formen, das hat sich bewährt, ist Variation meistens nicht schlecht. Das scheint der aus Rotterdam stammende Wahl-Washingtoner Produzent Martyn mit seinem Debutalbum “Great Length” beharrlich zu ignorieren. Dafür ist er auf seinem ganz speziellen Retrotrip. Der führt ihn in die House- und Techno-Pionierjahre 1988-91.
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