Actress – Ghettoville

Wir dürfen uns nicht täuschen lassen; wir sind nicht auf der offiziellen Party. Die steigt bestimmt ein Stockwerk höher oder eins tiefer. Wir sind in der Schleuse, im Aufzug, in der Abstellkammer. Wenn wir Glück haben hören wir durch einen Spalt etwas von der Sause, aber eigentlich feiert niemand. „Actress – Ghettoville“ weiterlesen

Anti-G – Presents Kentje’sz Beatsz

Die Synthies ticken aus. Raue Sounds zwischen Alarmknopfästhetik und Computerspiel reichen sich die Hand. Gemeinsam hüpfen sie in bester Mario-Manier über allerlei exotische Riddim-Inselchen. Die Beatbox schafft die karge Topografie, auf der sich synthetische Fanfaren in hemmungsloser Einsamkeit austoben. Niemand in Reichweite, der ihre Bahnen stört oder ihre Ruhmestaten beklatscht. Keine Stimme, keine Gegenrede. Einzig der rhythmische Versatz ist die würzende Struktur einer juvenilen Aufgeregtheit, die ihresgleichen sucht. „Anti-G – Presents Kentje’sz Beatsz“ weiterlesen

Andreas Dorau – Todesmelodien

Dada hängt dir in den Kleidern. Hast du noch eine Melodie oder wiederholen wir einfach nochmals alles? Ist der Fernsehgarten die Hölle und Fred tot? Fragen über Fragen. Andreas Dorau, der Clown auf der Fachtagung für Elektronische Musik mit (Aber-)Witz setzt die rote Nase ab und scheppert einfach drauf los. „Andreas Dorau – Todesmelodien“ weiterlesen

BNJMN – Plastic World

Schimmerndes Geflirre trifft pumpende Arrangements. Breitbandige Hochglanzsounds türmen sich ebenso gleichförmig wie endlos in einen vergessenen Retrohimmel, der uns in die frühen 90er zurück schießen will. Aber der reißt nicht auf. Alles Flehen und Bitten nützt nichts. Die Rakete bleibt am Boden. No Ignition.
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Falty DL – You Stand Uncertain

Der gebürtige New Yorker Drew Lustman schielte schon 2009 mit seinem Debüt-Album „Love is a Liability“ in Richtung britische Insel, um seine Interpretation in Sachen Dubstep in den Ring zu werfen; eine Mixtur aus Funky Drums, Bass und schillernden Flächen. Seitdem verbrachte er seine Zeit mit Kollaborationen und Remixen für The XX, Mount Kimbie und Anthony Shakir.
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Nicolas Jaar – Space Is Only Noise

Nicolas Jaar legt alle Ketten ab. Er will sich befreien. Der 21-jährige New Yorker schafft sich seinen eigenen Platz. Die Clubkultur weist ihm einen Weg mit der Taschenlampe, doch Nicolas wählt den Weg der Langsam- und Sparsamkeit. Rauschende Feste sollen die Anderen feiern. „Nicolas Jaar – Space Is Only Noise“ weiterlesen

Hercules and Love Affair – Blue Songs

Der Landgang von Hercules and Love Affair ist nun beendet. Matrose Antony Hegarty war unterdessen ausgestiegen. Dafür ist nun Kele als blinder Passagier für den Ausflug in die Charts mit an Bord. Mit seinem Retro-Schiff geht Kapitän Andrew Butler wieder auf große Fahrt durch die Disco- und House-Meere dieser Welt. Aber was ist auf der Brücke los? Der Kompass ist kaputt und den Sextanten kann keiner bedienen.
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Isolée – Well Spent Youth

Die Individualität der Einzelstimmen wird zur freien Entfaltung gebracht. Die Betonung liegt auf Freiheit. Alle machen scheinbar, was sie wollen, ohne einen Plan, ohne den Blick auf das Ganze. Polyphonie im eigentlichen Sinne. Jede Spur zeigt ihre verschrobenen Eigenheiten, gerade dann wenn jede eine andere Geschichte erzählt. Disharmonische Kontaktaufnahmen und Überlagerungen sind erwünscht und werden souveränes Stilmittel.
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Kelis – Flesh Tone

Kelis macht was, das man nicht erwartet hat. Sie geht den Popweg mit schielenden Augen, die ihr den Dancefloor in bunten, flirrenden Farben präsentieren. Dort, wo die Vollidioten mit Gin Tonics stehen und einen Blick auf ihre Hotpants erhaschen wollen und prollig ihre Polohemdkragen hochschlagen. Alte Kelis-Fans werden übel aufstoßen. Ist das noch unsere Kelis oder nur ein mieser Trick? „Kelis – Flesh Tone“ weiterlesen