Efdemin – Chicago

„Weniger ist mehr“ behauptete einst Mies van der Rohe. Der einflussreiche Architekt, der mit zahlreichen Bauwerken das Bild Chicagos im Besonderen und des modernen Amerikas ganz allgemein entscheidend mit geprägt hat, bediente sich Zeit seines Lebens neuester Technologien. Er führte Stahl und Beton ein, um seine Konzepte einer klaren vom Unwesentlichen befreiten Struktur umzusetzen, deren Aufgabe es ist dem Menschen zu dienen.
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Pawel – Pawel

Die Kick ist sehr schön, klingt rund und voll und nicht zu hart. Noch besser kommt sie, wenn man den Kopf beim Hören ein klein wenig nach rechts neigt, nur wenige Zentimeter. Und wenn man dabei die Hüfte leicht eindreht und sich zur Seite wendet. Mit oder ohne Kapuze? Die Frage ist nicht so ohne Weiteres zu beantworten, und hängt von der jeweiligen Situation ab, z.B von der Größe des Raumes. Die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältig. Feine Stoffe, Holzböden und Aquarien machen die mild dancefloor-kompatible Versuchsanordnung zum einsamen Großstadttraum.
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Lawrence – Until Then, Goodbye

Da sind sie wieder, diese samtigen dunklen Stimmungen. Just in time, nun da die ersten Blätter fallen, und der Herbst an unsere Türen klopft. Peter Kersten alias Lawrence alias Sten ergeht sich wieder in seiner ureigenen Melancholie.
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Christian Naujoks – Untitled

Mitte März schon erschien beim Hamburger Label Dial, das sich unter anderem durch Veröffentlichungen von Lawrence und Pantha Du Prince hervorgetan hat, das Debutalbum “Untitled” von Christian Naujoks. Darauf finden wir 32 Minuten Reduktion und Präzision, Kalkül und Bescheidenheit. So sehr beim ersten Hören die stilistischen Sollbruchstellen des Albums irritieren, so wird bei jedem weiteren Hören um so klarer, dass gerade diese alles ins Lot bringen, die Stabilität dieses Albums ausmachen.
Im Vordergrund steht zunächst ein ganz in der Tradition des 20. Jhds. stehendes Klavierspiel. Einsilbig und kühl kommt dieses daher, mit Hall und gemessenen Pausen. Hier und da werden ihm sparsam Begleiter mit auf den Weg gegeben, bei “Maladies” ist es eine Marimba, bei “Two Epilogues: No1/2” dürfen Flöte und gezupfte Streicher variieren.
Dann der Bruch: Eine betörende, fast zu sanfte Coverversion von New Orders “Leave Me Alone” lässt als erstes gesungenes Stück in aller Gemessenheit die Sonne aufgehen. Für sich allein stehend würde dieser Song zu sehr nach matt glänzender Melancholie heischen. Das hätte man dann doch eher einem Ekkehard Ehlers mit März überlassen. Aber so in seinem Albumzusammenhang wirkt es beim Weiterhören nicht nur nicht mehr wie ein fremdelnder Bruch ins zu Sentimentale, sondern wird zu einem der kontrastierenden Eckpfeiler einer Klangarchitektur, die Raum schafft für eine umfassende minimalistische Klarheit, die im weiteren Verlauf noch leicht rhythmisierend verdichtet wird.
Diese Ästhetik erreicht am Ende des Albums ihren Kulminationspunkt. Dann nämlich, wenn sich Naujoks mit einem weiteren Kontrast, dem der Verzerrung und der tatkräftigen Mithilfe von Dylans “It’s All Over Now, Baby Blue” von jeglicher Anmaßung an Kitsch befreit, ein letzter Ballast abgeworfen wird.
Hörbeispiele gibt es hier: