Colleen – The Weighing Of The Heart

Vor zehn Jahren schenkte mir meine damalige Freundin das Debüt Everyone Alive Wants Answers. Ein Kleinod für die Björk-Frühstückspause, wenn múm zum Holzholen unterwegs waren oder Volker Bertelmann das Klavier noch nicht fertig präpariert hatte. Mir gefiel es, vielleicht aber auch, weil ich es geschenkt bekam. Drei weitere Alben folgten, die mich aber nicht mehr erreichten. Manchmal ist das einfach so. Ich hatte Colleen vergessen. „Colleen – The Weighing Of The Heart“ weiterlesen

Breathe Owl Breathe – Magic Central

Die Mädchen nähen wieder. Sie haben es satt, bei den großen Billigketten ihre Klamotten zu kaufen. Die haben jetzt zwar auch diesen Indie-Rockgirl-Kram, doch sie wollen ja nicht aussehen wie aus dem Katalog. Das Geld wird in eine Maschine gesteckt und Schnittmuster im Internet bestellt. Indiepop hören sie, wenn die Nadel durch den Stoff saust. Breathe Owl Breathe zum Beispiel. „Breathe Owl Breathe – Magic Central“ weiterlesen

Balmorhea – Constellations

Wie eine Zartbitter-Schokolade legt sich „Constellations“ um deine Hüfte. Die Kalorienanzahl lässt dich schlucken. Nicht schon wieder dieser JoJo-Effekt. Doch du hast noch drei Tafeln. Was weg muss, muss weg. Niemand kann dir helfen. Dein Diätberater gibt gerade dein Geld aus. Du öffnest das dunkle Papier und riechst an dem braunen Brocken als wäre es Heroin. Balmorhea aus Austin nutzen jede Möglichkeit zur Pause. Sie schleichen um dich rum, wie die Aasgeier. Ruhe gehört zu ihrem Geschäft, genau wie Klassik und die Avantgarde. „Balmorhea – Constellations“ weiterlesen

The Magnetic Fields – Realism

Die Realität ist oft hart. Manchmal wünscht man sich, dass sie uns ein wenig anlügt, doch dann würde sie ihr faltiges Gesicht verlieren. Kummer und Sorgen gehören einfach zu ihr, wie der Apfel zu Blaukraut. Stephin Merritt, der Troubadour, hat wieder nach New York geladen. Dort ist die Realität an jeder Straßenecke greifbar. Jede Bar hat Steve-Buscemi-Visagen zu bieten. Downtown wird zu einer Gefühlsregung. „The Magnetic Fields – Realism“ weiterlesen

Emily Jane White – Victorian America

Frau White füllt ihren Rucksack mit Steinen. Nur die dicken, schweren sind brauchbar. Sie zieht den Reißverschluss zu und schlüpft in ihre Wanderstiefel. Es kann los gehen. Auf ihrem Weg legt sie mit den Steinen Mahnkreise in die Natur, ähnlich wie Land-Art Künstler Richard Long. Ein schneller  Schnappschuss genügt und die Reise wird fortgesetzt. Es geht immer tiefer in den Wald. Es wird dunkler und bedrohlicher. Die Kälte ist schwer auszuhalten. Ob sie die Nacht übersteht? „Emily Jane White – Victorian America“ weiterlesen