Warpaint – Warpaint

Warpaint gucken weiter in die Kerze, da kann auch die Hektik, die das Schlagzeug manchmal auslöst, nichts anrichten. Unter der Tagesdecke brodelt es zwar, doch kalter Schweiß tritt an die Oberfläche. Wenn Psychedelic zu Esoterik wird, zieht der Totengräber ein Tarot-Kartenspiel aus der Gesäßtasche. „Warpaint – Warpaint“ weiterlesen

Conquering Animal Sound – On Floating Bodies

Anneke Kampman und James Scott reichen sich die Hände. Beide haben sich stur mit Sounds beschäftigt. „Conquering Animal Sound – On Floating Bodies“ weiterlesen

Dirty Projectors & Björk – Mount Wittenberg Orca

Björk weiß, bei wem es sich lohnt den Feenumhang abzulegen, oder sich in volle Montur zu schmeißen. Wenn David Longstreth, Everybody’s Darling aus New York, anfragt, ob sie nicht bei seinen Dirty Projectors mitsingen möchte, gibt es für Björk nur eine Antwort. Passt! „Dirty Projectors & Björk – Mount Wittenberg Orca“ weiterlesen

Antony and the Johnsons – Swanlights

Antony arbeitet mit Wucht. Seine Stimme gibt dir den Liebestrank, das Gift und die Tränen. Wie ein Vögelchen, das gerne ein Adler wäre, sitzt Antony auf dem Felsen der Avantgarde. Die Flügel sind von Tierquälern gestutzt worden und doch breitet Antony die Arme aus und versucht zu fliegen. Er fällt, doch genau das wollte Antony doch. Fallen. Um sich dann wieder selbst zu fangen. „Antony and the Johnsons – Swanlights“ weiterlesen

CocoRosie – Grey Oceans

Die Casady-Schwestern sind zurück. Richtig vermisst hatte man sie ja nicht. Nun geht der große Spuk weiter. Wenn Joanna Newsom dieses Jahr was Neues rausbringt, will man nicht hinten anstehen. Verständlich, denn der Ansatz der drei Künstlerinnen ist ähnlich. Verschrobenheit, Puppengesichtästhetik und die große Harfe sind die Hausmittelchen, die die Szenegrößen täglich inhalieren. Jeder angeklebte Bart und jedes Ballonröckchen sind „instyle“-tauglich. Wenn man nur die Stimmen hören würde, wäre ein Unterschied nicht auszumachen. „CocoRosie – Grey Oceans“ weiterlesen

Matias Aguayo – Ay, Ay, Ay

Tschilp, tschilp, tssich, ouuaahoo… Für das Konzept fast ausschließlich vokale Akte auf seinem ersten Soloalbum „Ay, Ay, Ay“ zu benutzen ist Matias Aguayo viel gelobt worden. Mit recht, so etwas kannte man doch bis dato nur von Björk mit “Medúlla“. Die Imitation maschinisierter Instrumentierung elektronischer Tanzmusik wirkt bei Aguayo wie ein individueller Befreiungsschlag, der die Skala der Konnotationen seines melodischen Oevres um traditionelle lateinamerikanische Musik in die eine und Humor in die andere Richtung erweitert.
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Klassiker: Cocteau Twins – Treasure

Ein auftrittsscheues schottisches Trio hatte schon ungefähr zwei Jahre in seinen tiefen Kammern an einem ätherischen Sound geschliffen, bevor es den ersten Vertrag bei 4AD unterschrieb und zu einem jener Acts wurde, die New Wave romantischer Prägung zum charakteristischen Profil dieses Labels machten.
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Simian Mobile Disco – Temporary Pleasure

Das aktuelle 80er Pop-Revival ist ja nicht das erste seiner Art, aber wahrscheinlich das populärste bisher. Bevor La Roux, Calvin Harris, WhoMadeWho und co. in die Analogsynthesizertasten griffen, hatten Simian Mobile Disco schon 2007 mit ihrem Debutalbum ihre außerordentliche Kompetenz im Fach Klassischer Discopop bewiesen. Hymnen wie “I Believe”, “Love” und “Hustler” zeigten in Perfektion was wesentlich war an 80er-Jahre-Disco.
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Bat For Lashes – Two Suns


Der Fünfuhrtee ist schön durchgezogen. Die Salt-&-Vinegar-Chips liegen griffbereit. Gut, Kate Bush sollte noch angerufen werden, um sie nach unehelichen Kindern zu befragen. Sonst ist soweit alles angerichtet. Natasha Khan, das elfenhafte Wesen mit Hang zur Zauberwaldmystik, hat elf neue Räucherstäbchen angezündet. Frische, feuchte, moosbedeckte Ufer werden beschritten und doch klingt diese Stimme wie für Retroshows gemixt. All der Hall der 80er Jahre benebelt die kristallklaren Songs. Kühle und Distanz werden zu neuer britischen Humorlosigkeit.
Bat For Lashes alias Natasha Khan verzaubert jeden Zufallshörer sofort mit ihrer Dringlichkeit und Verwünschungsdramatik. Desweilen denkt man Cat Power hätte ihre Ohren angespitzt oder Björk wäre in einen Geysir geplumpst, doch so märchenhaft schafft es nur Khan. Scott Walker taucht am Ende sogar auf und schnulzt einige Zeilen, so als wäre Antony niemals aus der Off-Theaterszene weg gewesen. Für alle Synthieklangfanatiker und Prinzessinen mit Feenflügeln oder einfacher gesagt: Für alle Popmusikliebhaber!
Mist, jetzt ist der Tee kalt geworden. Gleich kommen Freundinnen vorbei und legen Tarotkarten. Na, dann…