Richard Skelton – Landings

Ist ja wie in einer Waschküche hier! Ich sehe nichts, gar nichts. Ist da hinten die Eisdusche, die benutze ich immer, bevor ich mich ins Chlor bewege? Das sind doch Stimmen, oder? Lachende Mädchen! Ja, meine Gummi-Badekappe sieht schon lustig aus. Dachte schon ich wäre allein. Hätte ich ein wenig gruselig gefunden. Ich tauche ab ins kühle Nass. Die Drones schwingen sich mit ins Reich der Wasseraerobic und Bahnenzieher. „Richard Skelton – Landings“ weiterlesen

Ahleuchatistas – Of The Body Prone

Dem Math-Rock wurden schon länger nicht mehr die Wurzeln gezogen. Eine sterile Zange lässt ihren Frust in den Kiefern der Welt raus. Eine professionelle Zahnreinigung gehört zur Avantgarde. Ein Genre, das schon länger brach liegt erfährt eine Wiederauferstehung, ohne sich dabei unbedingt in den Mittelpunkt zu stellen. Ohne Betäubung werden Niere und Leber entfernt. „Wenn Sie schon mal da sind!“. Nur Spezialisten dürfen sich die Arme bis zum Ellenbogen waschen und in Gummihandschuhe schlüpfen. Die Ahleuchatistas sind Experten.
„Ahleuchatistas – Of The Body Prone“ weiterlesen

Asmus Tietchens – Flächen mit Figuren

Ein Glimmen, ein schaler Hauch, wenig Bewegung. Manchmal weht ein leichtes Flackern vorüber, das sogleich vom Wind verwischt oder zu Größerem entfacht werden könnte. Hier und da ein Funkeln. Es zischelt dünn, sehr dünn. Vielleicht das verschmierte Quietschen eines bremsenden Zuges oder sind es die endlos ausgehöhlten Register eines archäologischen Orgelfundes? Jetzt schwillt es leicht an, oder nicht? Doch, da, eine vehemente Interaktion in unmittelbarer Nähe. Synthetische Formen werden hineingeworfen. Ein seltener Moment. „Asmus Tietchens – Flächen mit Figuren“ weiterlesen

Jim O'Rourke – The Visitor

Die Sonic Youth-Tage sind vorbei. Auch die letzten musikalischen Treffen mit Tweedy und Kotche für das Projekt “Loose Fur” liegen einige Jahre zurück. Obwohl Kotche auf “The Visitor” wieder einmal beweist, wie wichtig gute Drummer heutzutage sind und Freundschaften innerhalb der Szene sowieso. Diesmal wirbt O’Rourke aber endlich wieder mit seinem eigenen Namen. Acht Jahre ist sein letztes Album nun her. Eine lange Zeit. Aber O’Rourke war ja nicht untätig. Sinustöne und Avantgarde-Gehoppel mit Kracheskapaden durften sich einige Auserwählte auf Kunstevents in den Ausstellungskatalog kleben. „Jim O'Rourke – The Visitor“ weiterlesen

John Zorn – O'o

Zorn tut es schon wieder. Sein Schaffensdrang ist unermüdlich. Nach “Alhambra Love Songs” nun also wieder ein Schmuseding mit neuen Werken. Das Thema “Soundtrack” scheint für dieses Jahr erstmal vom Tisch zu sein. Obwohl man weiß ja nie, was bei Zorn noch so auf dem Notenblock steht. Seine Allstarmusiker sind selbstredend wieder mit an Bord. „John Zorn – O'o“ weiterlesen

Guido Möbius – Gebirge

Wucht. Durch eine Gletscherzunge gedrückte Attitüde. Experimentierfreude à gogo, dass es eine Frechheit ist. Hebel starker Kontrastierung wirken in etwas, das manchmal den Geist von Captain Beefhearts “Trout Mask Replica” wiederbelebt jedoch selbst viel moderner klingt. Eine aktuelle Überformung der Nachbildung, mit scheppernden Gitarrenakkorden und sehr freier Stimme. A-E-I-O-U-Ich-bin-Analphabet. Perfekt! Anfänger-Glücksmomente? Keineswegs. Guido Möbius ist ein versierter Artist. Alle Kompositionen auf “Gebirge” sind könnerhaft ohne dabei jemals besserwisserisch zu wirken.
„Guido Möbius – Gebirge“ weiterlesen