Donso – Donso

Ein neuer Morgen ist angebrochen. Die großen Herden geraten in Bewegung und die Jäger ziehen ihnen mit gemessenem Abstand nach. Wenn sie erfahren sind, besitzen sie größte Geduld und folgen den Antilopen, wenn es nötig sein sollte, bis in den trockenen Norden. Das kann Tage oder Wochen dauern. Irgendwann am nächsten Brunnen ist es fast windstill. Ein leises Tropfen. Innehalten. Doch dann erklingt ein brüchiger Ton. Es ist die Harfe der Jäger.
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Mulatu Astatke – Mulatu Steps Ahead

Es gibt Auszeichnungen, die klingen einfach nicht so gut. Mulatu Astatke hat schon lange einen legendären Status inne als, ja als Vater des Ethio-Jazz, so lese ich. Traditionell Äthiopisches trifft Jazz anglo-amerikanischer Prägung. Das war lange bevor er 2005 durch Jim Jarmuschs Film „Broken Flowers“ einem größeren Publikum bekannt wurde. Der Vibraphonist Mulatu Astatke legt nun nach etlichen Jahren ein neues Soloalbum vor, das man getrost als sehr kosmopolitisch bezeichnen kann.
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Pocahaunted – Make It Real

Setz dich auf deinen Hosenboden! Kämm dir dein Haar ins Gesicht! Lass die Orgeln dröhnen und hol das Funk-Monster unter dem Bett hervor. Pocahaunted krabbeln die ganze Zeit.  Das Aufrechtgehen soll den Anderen gehören. Im gebückten Zustand lässt sich das Chaos viel besser kontrollieren. Jedes Experiment kommt so lässiger durch den Flokati. Jedes Instrument, jede Kuhglocke bekommt einen eigenen Namen und darf ungefragt in das Arrangement geworfen werden. Macht das Abschlagen eines Barbie-Kopfes nicht einen tollen Sound? „Pocahaunted – Make It Real“ weiterlesen

Surfer Blood – Astro Coast

Oh, da ist es wieder dieses Vampire Weekend-Gefühl! Alle Mann über die Reling. Gitarrenbands haben ihre Eintönigkeit satt und suchen nach unentdeckten Sandbänken. Jeder schlürft zur Zeit gerne an Mandelmilch und sammelt auf Flohmärkten Afro-Beat-Utensilien. Deine Peergroup twittert wie wild. Früher wurde Jimi Hendrix als Gitarrengott verehrt. Heute wird schamlos Paul Simon auf Fragebögen gekritzelt. Die Hall-Gitarre scheppert doch so schön in Tobago. Wusstest du das nicht?
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Mapstation – The Africa Chamber

Seit einigen Jahrzehnten gibt es an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia einen großen See, der während seiner Bauzeit nach der Königin von England Elisabeth-II-See genannt worden war. Mit einer Länge von 280 km und einer Fläche von bis zu 3000 qkm ist er einer der größten Stauseen der Welt. Heute nennt man ihn Karibastausee.
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Kreidler – Mosaik 2014

Erfahrung zeigt, dass die Ideenwelten vergangener Zukunftsvisionen, je älter sie werden, zu etwas immer karikaturhafter und fabulöser Werdenden schrumpfen. Kreidler wissen das. “Mosaik 2014” ist ein Vorgeschmack auf das Ende der Postmoderne. Wenn in gemessener Retrospektion und mit bewährten Methoden neue Sichtweisen entstehen, die kleine Luken in Richtung Zukunft öffnen, dann ist es um die Weiterentwicklung elektronischer Standpunkte am Ende der ersten Zweier-Dekade wahrlich nicht schlecht bestellt.
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The Durian Brothers Live – Düsseldorf, Salon des Amateurs, 25.09.2009

Der Erfolg von DJ-Kultur und HipHop hat spätestens seit den frühen 90er Jahren dem Plattenspieler, zu einem fast mythischen Status im Repertoire der Instrumente des Pop verholfen. Der Variantenreichtum der Einsetzbarkeit einer im besten Sinne begreifbaren und anschaulich erlebbaren Mechanik/Akustik-Schnittstelle hat sich in all den Jahren seither nie abgenutzt. Im Gegenteil; dass es immer noch neue Aspekte an Plattenteller und Direktantrieb zu erforschen gibt, beweist gerade mal wieder das Trio The Durian Brothers.
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Tony Allen – Secret Agent

Das Strickmützchen sitzt wieder eng am Kopf. Auch die Sonnenbrille gehört zum klassischen Afro-Beat, wie der Perkussionsbaum. Alles was Rhythmus schafft, darf geschüttelt werden. Tony Allen, mittlerweile 69, hatte zusammen mit Beatmaster Fela Kuti in den sechziger Jahren die Mixtur aus Jazz, Funk und afrikanischen Einflüssen ins Leben gerufen. Der Ausnahmedrummer und Meister der Polyrhythmik schmeißt nun, nach seinem Ausflug ins Pop-Genre (The Good, The Bad And The Queen), ein neues Afro-Beat-Geschoss auf den Weltmarkt. „Tony Allen – Secret Agent“ weiterlesen

Cut Hands aka William Bennett Live – Düsseldorf, Salon des Amateurs, 17.07.2009

Am vergangenen Freitag gastierte William Bennett mit seinem aktuellen Soloprojekt Cut Hands im Düsseldorfer Salon des Amateurs.  Bennett, als Mastermind der Gruppe Whitehouse bekannt, ist seit Ende der 1970er Jahre Experte für Industrial, Noise und allgemeine Grenzüberschreitungen. Neben den Mitgliedern von Throbbing Gristle und dem später nach Hollywood abgewanderten Graeme Revell vielleicht einer der einflussreichsten Protagonisten dieser Genres.
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