Jeremy Jay – Splash

Der hagere Weltenbummler ist zurück und verteilt wieder Blumen. Jeremy Jay ist nun in Paris und in London heimisch. Los Angeles ist weit weg. Vielleicht sogar schon vergessen. Da kommt Neid auf. Seine Songs streifen immer noch den großen Glam-Pop und verlieren sich immer wieder gern in Gitarren-Hallräumen, wie es auch Pulp geliebt haben. Manchmal kommt der kleine Jarvis durch, doch Jeremy spielt nicht den Dandy. Er ist es irgendwie auch. „Jeremy Jay – Splash“ weiterlesen

Gayngs – Relayted

Das Saxophon fliegt mit Engelsflügeln über deine Kleinstadt. Dein feuchtgewordener Traum aus der Mittelstufe steht an der Theke und schlürft lässig KiBa. Der DJ ist aus der Parallelklasse und hat von Musik keine Ahnung. George Michael ist für ihn immer noch heterosexuell. Das Licht geht immer wieder an, da deine Lehrer kontrollieren wollen, ob noch alles im grünen Bereich ist. „Gayngs – Relayted“ weiterlesen

The National – High Violet

The National ist der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Kann man überhaupt von Erfolg sprechen? Seit Jahren zaubern The National in ihrer Liga, lassen andere hinter sich und holen meistens auch den Liga-Pokal, doch der ganz große Wurf, der sie aus der Indie-Ecke ziehen könnte, blieb aus. Die alten Alben sind trotzdem kleine Meilensteine in unverwüstbaren Plattensammlungen geworden. Für jede Stimmung hatte Matt Berninger die richtigen Worte. „The National – High Violet“ weiterlesen

We Have Band – WHB

Diese stumpfen Bürojobs nerven. Und die Kollegen erst. Plattenfirmenjobs sind das Schlimmste. Schülerbands fordern horrende Summen und nur Bloc Party bekommen die Lorbeeren. Da häng ich doch lieber im Proberaum rum und bringe Pfand zum Kiosk. „We Have Band – WHB“ weiterlesen

Hot Chip – One Life Stand

Da ist sie nun also zurück, die „Band total neuen Typs“ mit ihrem insgesamt vierten Album. Sehr schnell wird klar, dass nach wie vor eine ihrer hervorstechensten Qualitäten der unaufgeregt juvenile Gesang Alexis Taylors ist. Überhaupt ist nun vieles unaufgeregt und nachdenklich auf „One Life Stand“. Eine Stimmung, über der meist ein leichter Schleier von tröstlichem Räsonieren hängt, wird zu der schon bekannten Exaltiertheit gemischt. Das, und die harmonisch kristallklar geschliffenen Motive prahlen mit leicht trauriger Schönheit. Aber, ist das genug für die fünf neuen Typen?
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Cold Cave – Love Comes Close

Deine neue Liebe klopft an dein Garagentor, doch du kannst es leider nicht hören. Denn drinnen feierst du schon seit Stunden die New Wave-Human League-Vergötterungsparty. Die Jungs haben sich als Ian Craig Marsh oder Philip Oakey verkleidet. Die Mädels sind in Leder und Tüll gehüllt und trinken ihren selbst kreierten Cocktail „Throbbing Gristle“. „Cold Cave – Love Comes Close“ weiterlesen

FrankMusik – Complete Me

Die Haare werden schön gleichmäßig aus dem Nacken rasiert und das Keyboard spielt dazu. Schmeiß die Rhythmusmaschine an! “Golden Brown” läuft im Hintergrund und hält die Tür in die Charts einen Spalt offen. Guck, guck. Lust zu poppen? Frank hat Songs vorbereitet, die nach Tanzfläche und lackierten Fußnägeln schreien. Auch einige Leser werden nicht um den Urschrei rumkommen. “Nein, nicht schon wieder die blöden 80er!” Doch!
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Simian Mobile Disco – Temporary Pleasure

Das aktuelle 80er Pop-Revival ist ja nicht das erste seiner Art, aber wahrscheinlich das populärste bisher. Bevor La Roux, Calvin Harris, WhoMadeWho und co. in die Analogsynthesizertasten griffen, hatten Simian Mobile Disco schon 2007 mit ihrem Debutalbum ihre außerordentliche Kompetenz im Fach Klassischer Discopop bewiesen. Hymnen wie “I Believe”, “Love” und “Hustler” zeigten in Perfektion was wesentlich war an 80er-Jahre-Disco.
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