Puro Instinct – Autodrama

Die Kaplan-Schwestern tanzen in Madonna-Manier zu in Nylon und Tüll gehauchte Pop-Dramen.
Vor fünf Jahren waren die Schwestern noch im Shoegaze ohne Verzerrer Zuhause. 2016 klingt das alles großspuriger, noch naiver und höchst elegant. Der Nebel ist verzogen, Lolita ist ausgelesen und das Musik-Biz giert nach neuen Role-Models. Die Kaplan-Girls können da mitspielen. Sie haben Hooklines, sie haben den Glam, den man braucht, um auf Parties der Hingucker zu sein.
Autodrama ist ein Album, das durchschläft. Ein großer Traum, der sich unaufgeregt an Sonntag-Nachmittage krallt. Alles wippt, alles streichelt sich selbst und die Kaplan-Girls singen wie The Voice-of-Germany-Kandidatinnen, die nicht wissen, wer Blonde Redhead sind. Die 80s sind lustig, die Frisuren für L.A. fast frech und man ertappt sich dabei, wie man diese Mädchen mit den Pet Shop Boys vergleicht.
Autodrama ist schön. Schön und ohne Höschen. Irgendwie ne Mogelpackung.

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