The Game – Streets of Compton

Vergiss mal kurz den Soundtrack. Tu mal so, als wüsstest du nicht, wer der Vater der Willams-Schwestern ist, obwohl es gerade in Wimbledon regnet. Entziehe Dre kurz die Promotion und fürchte dich nicht vor den Bloods, den Crips, den Sureños oder den Pirus.
Schließe die Augen. The Game macht dir dieses mulmige Gefühl im Bauch. Der harte Bass untermauert die Stimmung, die nur im wahren Hip-Hop Hoffnung findet. The Game macht das gut. Er spielt natürlich mit typischen Plattitüden und erfindet sich nicht in jedem Track neu. Dennoch läuft sein Album gut durch. Die Produktionen aus der Hood schieben sich ins Jetzt und man hat in dieser Nachbarschaft nicht viel zu lachen. The Game zeichnet ein dunkles Bild seiner Stadt, die immer wieder Talente ausspuckte und Tote produzierte. Lange her. Doch ein Ständchen schadet nicht.
The Game gibt dem Vorort eine Romantik, die nie den vollen Glanz erreicht. Alles pumpt, alles bebt. Die Lichter gehen aus. Die Kriminalität sorgt für Ärger. Das Mittelmaß scheint der Dreh- und Angelpunkt zu sein. The Game versucht erst gar nicht, sich weit aus dem Fenster zu lehnen. Ihm reichen klare Ansagen, Straßenerzählungen und die Dunkelheit. Er bleibt ein Sprachrohr. Ein selbstbewusster Rapper, der Schauer auslösen, aber leider auch nichts Neues hinzufügen kann. The Game ist ein Spiegel.

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