Drowners – On Desire

Du ziehst dich auf der Party zurück in das Schlafzimmer der Eltern deines Gastgebers. Ihn kennst du eigentlich nicht. Du bist nur über Kumpels hier gelandet. Unten tanzen die Idioten. Du kannst sie hören. Deine Kumpels sind auch welche.
Sie grölen mit. Alles. Pimmelgeil sind sie. Sie wissen es nur noch nicht. Die Mädels sind kurz davor ihre Brüste zu zeigen. Mensch, muss man jung sein? Du willst nur in Ruhe deinen Robert-Smith-Moment. Hier oben wirst du ihn finden. Im Zimmer erwachsener Menschen. An der Wand hängt ein Poster des World-Trade-Centers. Fuck New York!, denkst du. Die Strokes haben mit dem Geld ihrer Eltern alles zugeschissen. Williamsburg ist eine Enklave und Midtown die Hölle. Du bist traurig. Unten laufen die Killers, Arcade Fire, die Libertines und New Order. Kann man hören, aber warum so jugendlich?
Dein Smartphone bimmelt. Irgendein Promo-Arschloch schickt dir das neue Drowners-Album. Du hörst rein. Nichts ändert sich. Du bleibst traurig. Unten hämmern die Smiths ihren Bigmouth durch und die Mädchen zeigen ihre Hinterteile mit Höschen so knapp wie das Brexit-Wahlergebnis.
Die Drowners verändern die Welt nicht. Du wühlst in den Tangas der Mutti und hinterlässt eine Duftprobe am Bettpfosten. On Desire hat dich nicht angestiftet, aber beflügelt.

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