J Dilla – The Diary

Es ist gar nicht so einfach, dieses Album einzusortieren oder zu bewerten, weil so viel Geschichte, Legende und Retro-Scheiße mitschwingt, so dass man auf sein Gefühl hören muss oder sich einfach dumm stellt.
Für mich ist das “neue” Dilla-Album ein spaßiges Unterfangen. Ich mag die Produktionen der großen Größen des Gestern und Heute. Dilla macht sich mit Elan und Verve auf den Weg, ein Rapper-Album rauszutun. Das ganze ist nun fünfzehn Jahre her und wird bedacht von einem Nachlassverwalter auf den Weltmarkt geworfen. Ich liebe dieses Einfache. Billig-Sample trifft New Wave. Fuck the Police holt R. Kelly mit der Limo ab. Manches will böse klingen, ist aber harmlos und spaßig. Vielleicht hätte ich vor fünfzehn Jahren auch die Nase gerümpft, heute belustigt mich das alles.
J Dilla wird es nicht schaffen, seinen Status kaputt zu veröffentlichen. Da kann die Familie mit Nachlassverwalter noch weitere Badezimmer-Produktionen aus dem Giftschrank holen. So richtigen Mist hat er halt nicht aufgenommen. The Diary ist irgendwie uncool, aber mit den richtigen Zutaten gewürzt, die für andere Künstler ausreichen würden. Bei Dilla will man immer etwas Futuristisches, etwas, das sich über den Tellerrand bewegt und kickt oder gar verstört. The Diary kann das alles nicht und dennoch ist es ein lockerer Stilmix, der mich aus der Lethargie holt und mich Dilla hart feiern lässt. Ein Dilla reicht für ein ganzes Leben und The Diary für eine Nacht.

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