Woher kennst du eigentlich die Beatles? Stefanie Kremser gibt Antwort

Jahrgangsgeräusche hat zur Beantwortung dieser Frage GastautorInnen eingeladen, die ohne Reglementierungen ihre Beiträge einreichen konnten und auch weiterhin noch können.
Diesmal gibt uns Autorin Stefanie Kremser Auskunft.

Ich war sieben Jahre alt, als am 6. Februar 1975 der Beatles Film HELP im ZDF ausgestrahlt wurde. Ich kann mich nur verschwommen an ein paar Bilder erinnern – Ringo trug einen großen Rubinring und war deshalb in Gefahr? Schlagzeug am Strand, ein glatzköpfiger Bösewicht, Palmen? – aber ich weiß noch genau, dass mich der Beat und die Harmonie elektrisiert hatten. So sehr, dass meine erste Musikliebe geboren war – hey, ich war ja auch erst sieben!
Nur wenige Monate später zogen meine Eltern mit mir nach São Paulo, Brasilien. Mit im Gepäck: „Das Rote Album“ meiner Mutter, das ich seit der HELP-Ausstrahlung rauf und runter hörte, von LOVE ME DO bis YELLOW SUBMARINE und zurück. Dann war irgendwie Pause: einerseits brauchte der Plattenspieler samt restlicher Möbel circa fünf Monate, um den Ozean zu überqueren und den Zoll zu passieren, andererseits folgten die Jahre des Blockflötenunterrichts (auch in den Tropen musste man da durch, yeah, yeah, yeah).
Dezember 1980, John Lennon wurde erschossen, und weltweit brach der zweite große Beatles-Boom aus. Ich war gerade 13 und – mein erstes Weisheitsgefühl überhaupt – bereits eine alte Beatles-Expertin. Höchste Zeit, meinen Vorsprung auszunutzen und die Band richtig kennenzulernen! Mit Lennons Tod waren die Plattenläden wieder voll bestückt mit allen LP’s und Sammelalben, Taschengeld wurde eingeführt, Nachmittage in der Hörkabine verbracht, immer mit dabei ein Notizblock und ein Englisch Wörterbuch, um herauszufinden, wovon die eigentlich sangen. Und da ich in Brasilien in einer Diktatur aufwuchs, wo man früh lernte zwischen den Zeilen zu lesen, verstand ich andauernd „Sex“. Sehr interessant. Ich tauschte die Blockflöte gegen eine Gitarre und schrammte C-Am-F-G-E Jahre bevor mich die (fast ebenso alte) Bossa Nova verführte und es Zeit wurde, auch ein wenig zeitgenössisch zu werden.
Ich liebe die Beatles bis heute, dagegen ist nichts zu machen. Ich kenne alle Platten in- und auswendig und finde sie – jetzt, wo ich schon lange nicht mehr platonisch in den einen oder anderen Beatle verknallt bin – noch großartiger als zu Teenagerzeiten. Ich stehe dazu. Jaaha! Nur HELP sehe ich mir sicher nicht noch einmal an, der alten Liebe und ihren Illusionen zu Ehren.
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