The Charlatans – Modern Nature

Es geht nach wie vor luftig zu bei den Charlatans. Auch nach Jon Brookes Tod sind die Mancs sehr musikalisch und klassisch unterwegs. Eigentlich wollten sie ein Happy-Album aufnehmen, doch immer wieder rutschen melancholische Notes in die Arrangements, wenn die Sonne scheint, dann nur für den Soul und das Mod-Revival. Nicht für den Tänzer oder das hotte Girl in der Budnikowsky-Schlange.
Jeder Ton wird ausgekostet, jede Wendung bekommt noch etwas Fülle in die Venen gepumpt. So war es immer schon. Die Melodien sind toll. Es wird gar nicht erst versucht, etwas Kompliziertes zu kreieren. Man liebt den großspurigen Pop, die Geste, das Muckertum und den akustischen Flow. Tim Burgess singt wie ein gelangweilter Schuljunge, der auf dem Abschlussball zu viel Bowle getrunken hat.
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Die Orgel orgelt, die Streicher fiedeln liebestrunken den High LLamas-Klang und die Sturheit des Beats, der nie mehr so nach „Madchester“ gehört, bleibt ein Teil des Retro-Vibes, der catchy, aber auch ein wenig trocken ist. Der Indie-Club mag solche Perlen, die Mutti von nebenan ist auch nicht abgeneigt und so tänzeln die Charlatans durch die glasklare Produktion, die einen mit simpler Musik nascht.
Ein Album für die Mittagspause. Eine Erinnerung, die einen emotional aber ein wenig kalt lässt. Modern Nature ist ein BritPop-Stigma, das kaum noch erkennbar ist.

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