Jens Friebe – Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus

Jens Friebes Probleme sind gar nicht die bitterböse Welt und die Menschen, die sie bevölkern. Nein, es sind sein Songwriting, das sich in den letzten zehn Jahren um eine bestimmte Akkordfolge kreist und die Unmöglichkeit sich aus den Fesseln der Mutlosigkeit zu lösen.
Ich mag Jens, aber seine Alben sind in der Gänze doch zu einfach aufgebaut, sodass man oft die Lust daran verliert. Die Texte sind meistens fulminant und mit einem guten Blick versehen, der sich wagt unsingbare Wörter zu benutzen.
jensfriebe
Jens ist ein trauriger Vogel, der von Baum zu Baum fliegt und sich alles von oben anguckt. Kritisch, verzweifelt und verdrossen. Wie eine Elster sucht er noch Glitzer und Klunker. Jens ist ein Romantiker. Klar, dass dann Schlager sein Metier geworden ist. Hier ist er Zuhause. Hier darf er die Diva, der Crooner, der Narr und der Lawinenhund sein. Auch in den Elektro-Pop zieht es Jens. Mach da mal lieber einen Bogen drum, bitte. Reduzier die Instrumente. Hol das Klavier aus der Hosentasche und gib die genervte Jungfer, die versucht Morrissey an den Eiern zu packen oder Stephin Merritt die Ukulele klaut. Dann könnte auch ein neuer Wind dein Haar zerwühlen.
Könnte, könnte, Fahrradkette. So bleibt leider alles auf der Startposition kleben. Wir Fans sollten uns dennoch alle Alben zulegen, um uns Dosen für das Jahr zusammenstellen zu können. Aus fünf Alben basteln wir uns eine Playlist, die, wenn man clever compiliert, für jeden Monat einen Song abwirft. So ist das Jahr gerettet. Danke, Jens!

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