Reeperbahn Festival 17. – 20.09.2014

In der nächsten Woche trifft sich die internationale Musikszene mal wieder in Hamburg, um MusikliebhaberInnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst als Talentscout zu versuchen und den vielen Menschen, die hinter der Bühne und in Büros arbeiten, eine Kontaktbörse zu präsentieren, auf der das Geschäft und die Zukunft der Branche beleuchtet wird. Es mischt sich also der gemeine Fan unter das Volk der Macher und Visionäre, der Pioniere und Kritiker. Das Reeperbahn-Festival 2014 trägt den Untertitel International Talents, Trends and Trade.
Das Festival trotzt der Clubsterben-Flut auf und an der Roten Meile in Hamburg. Es beweist, dass sich das Business weiter bewegt und sich nicht ergibt, nur weil ein paar Deppen für Musik nichts mehr bezahlen wollen. Es zeigt auch, dass Hamburg nach wie vor ein Standort für etwas Außergewöhnliches sein kann. Wie immer werden Orte umgesattelt zu ungewöhnlichen Konzert-Locations. Gigs passieren einfach und Showcases beleben Hotel-Foyers oder Theater.

©Frank Schwichtenberg unter CC
©Frank Schwichtenberg unter CC

Das Programm hat sich wie immer nur wenige “ganz große” Namen auf die Fahne geschrieben. Hier geht es nicht um das olle Headliner-Prinzip, nicht um Zugpferde, die teure Ticketpreise rechtfertigen. Das Reeperbahn-Festival verfolgt immer noch die Idee, dass Musik den Trend bestimmt, dass Nischen beleuchtet werden müssen, dass Talente Ohren geliehen bekommen müssen, um Fuß fassen zu können.
Wie auch in den letzten Jahren werden der Timetable und das Anstehen vor den Clubs die Probleme des Festivals sein. Man wandert. Man flaniert. Bier hier, Schwenkgrill dort. Kommst du da nicht rein, ziehst du ein, zwei Häuser weiter. Wenn der isländische Singer-Songwriter nur Moll-Akkorde dengelt, hoffst du auf quirligen Dance aus Schottland oder auf dynamischen Rock aus Portugal. Die Musik spielt die Musik.
Die Fans werden sich wieder treiben lassen, klar und doch die paar bekannten KünstlerInnen genauer unter die Lupe nehmen. Das Festival der Unaufmerksamkeit, wie ich es einmal nannte, ist wie immer ein Versuch, Pop, Politik, Kommerz, Kunst, Information, Passion und Marke in einen Topf zu rühren und Musik als Salz unbekümmert zu verwenden. Die Geschmackspolizei wird dann richten!
Wer Namen braucht wird Judith Holofernes oder Madsen aus Deutschland mit einem Besuch beglücken, wer Gespräche sucht, findet Talks und Pitches rund um die Uhr. Kreativwirtschaft trifft Newcomer. Fan beneidet den Presse-Wristband-Träger, der jeden Tag am Festival-Bier schnüffelt.
Meine Tipps sind für Kenner das Beste, was das Festival zu bieten hat, für Neulinge und Radio-Hamburg-Hörer bleiben es zunächst eher böhmische Dörfer. Das kann sich aber ändern. Entdecke einfach Musik ohne Starallüren, klopfe traurigen MusikvertreterInnen aufmunternd auf die Schulter und genieße vier Tage lang den Flair der Reeperbahn. Es lebe der Club!
ORACLES
XUL ZOLAR
YOUNG FATHERS
ANGEL OLSEN
BLONDE REDHEAD
DIE NERVEN
HAUSCHKA
JENS FRIEBE
LAY LOW
COLD SPECKS
ESBEN AND THE WITCH
JENNY WILSON
DIE HÖCHSTE EISENBAHN
FAT WHITE FAMILY
LAMBERT
THE DØ

TICKET-COUNTER
Spielbudenplatz
Mittwoch, 16.30-24.00 Uhr
Donnerstag bis Samstag, 13.30-24.00 Uhr
Große Freiheit 36
Freitag und Samstag, 13.30-24.00 Uhr
(kein Tausch von ticketdirect-Tickets)
Knust
Donnerstag bis Samstag, 13.30-24.00 Uhr
(kein Tausch von ticketdirect-Tickets)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.