Fear of Men – Loom

Die Stimme der betörenden Jessica Weiss hat sich in der Krypta breit gemacht. Dort wartet sie auf zurückschallende Melodien, Schlagzeugwirbel und offene Hi-Hats. Wie in einem langem Traum, der dein Mittagsschläfchen versüßt, bewegt man sich gesichtslos durch die Sakristei des Pop. Von draußen tönen Smiths-Fragmente daher. Uhhhs und Ahhhs zerschellen an der Grenze zum veritablen Hit. Zu traurig.
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Die Gitarre spielt schnöde Lieblingsakkorde. Refrains kommen und gehen. Weiss hat sich traumhafte, verhallte Backingvocals hinter die Ohren geklemmt. Diese tragen sie aus dem Schatten der überall lauernden Referenzen. Kleinmädchenträume bekommen einen Mund. Wie depressiv muss Jessica in Wirklichkeit sein?
Loom schimmert in der Abendsonne. Die Krypta riecht nach Teenage Angst. Fear Of Men ist eine Fantasie; eine, die nie aus der Watte gepackt wurde. Ein Kleinod aus vergessenen Shoegaze-Bandshirts und Minimal-Pop einer kolossalen Jugend, die hinter verschlossenen Gardinen, einsam mit Vinyl und der Akustischen verbracht wurde. Fear Of Men sind die traurige Version eines traurigen Belle-And-Sebastian-Liedes. Wunderbar.

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