Isolation Berlin – Aquarium

Eigentlich schaue ich nicht mehr auf die Promo-Zettel dieser Welt, doch im Falle von Isolation Berlin muss ich wirklich mal was sagen. Die EP Aquarium hat nichts mit dem zu tun, was dort in großen Lettern steht. Aquarium ist ja ganz dufte, aber Post-Punk ist es nicht. Nein. Wenn man schon Bands in den Raum wirft, dann doch bitte die Richtigen. Ich helfe da mal. Vergesst Ton Steine Scherben, Tocotronic, Element Of Crime oder, liebe Mitteschön-Freunde aus Berlin, auch Belle And Sebastian. Isolation Berlin müssten eher Isolation Bad Salzuflen heißen. Sie gedenken mit ihren Songs an Größen wie die Time Twisters, verdammt, Der Fremde oder Jetzt!. Poppig geht es zu. Ja, aber mit einer Träne im Knopfloch. Man sucht den schunkeligen Chorus, der auch mal etwas Zunder geschenkt bekommt; wilde Gitarren hören sich aber anders an.

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Isolation Berlin sind eine wehmütige Band, die an die Liebe glaubt, aber immer wieder enttäuscht wird. Manch Strophe guckt traurig aus der Wäsche, doch hey, es gibt noch Hoffnung. Spätestens die Bridge reitet den Jens Friebe-Schlager.
Die Songs sind charmant arrangiert. Sie leben von der Nonchalance des Sängers Tobias Bamborschke. Er schenkt den Liedern Glaubwürdigkeit. Nach dem Hören der EP wird man aber das Gefühl nicht los, man hätte nur einem Song gelauscht. Ein bisschen Mut würde dem Quartett gut stehen. Wut und apathischer Weltekel, wie es im Trottel-Zettel steht, müssen gar nicht sein. Entweder mehr Pop und noch größere Momente oder endlich ungestümes Rocken mit Augenzwinkern. So bleibt Aquarium leider ein laues Lüftchen.

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