Beck – Morning Phase

Man kann ja nicht gerade behaupten, dass Beck auf der Überholspur war, dennoch schaltet er einige Gänge runter, um mit sich und den Kritikern wieder ins Reine zu kommen.
Beck gönnt sich Ruhe, das Erleben des Tages im Ganzen und ein Schlagzeug, das sich stur durch jeden Track groovt. Man könnte sogar glauben, dass es immer dieselbe Spur ist, wenn nicht dann doch irgendwann der Ausbruch kommen würde. Das Break.
beck---morning-phase-image_580x325
Der Sound ist so warm. Ich ziehe sogar im Bett die Socken aus. Man legt sich mit Beck wieder hin. Ganz ohne Hintergedanken und Schmuddelkram.
Wir lauschen seiner Stimme, die immer noch wie dahin gerotzt klingt. Beck benötigt sich als Backgroundchor selbst, um seine Kopfstimme zu sichern. Nick Drake wäre aus dem Häuschen.
So gleitet Morning Phase durch den Tag. Wo Sea Change noch düster und traurig daher kam, ist das neue Album ein zufälliges Küsschen unter der Dusche. Die Erektion spart man sich für den Abend auf.
Beck macht den esoterischen Langschläfer, der Momente auskostet und sanft den Vintage-Schrank tätschelt. Bei seinem leichten Klopfen fallen die Byrds vom Himmel, fliegt Paul Simon das Cap vom Kopf und Art Garfunkel will nie wieder Schauspieler sein. Retro-Look mit Kaffee-Süßer.
Beck legt sich ins Sonnenlicht. Er aalt sich in den Strahlen. Ich wäre gerne dabei gewesen, als Beck die olle Villa von Til Schweiger zu Kleinholz gekifft hat. Warum ruft er auch nicht an? Morning Phase ist wunderschön und fast unerträglich sauber. Tolles Ding.

0 Gedanken zu „Beck – Morning Phase“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.