Neneh Cherry – Blank Project

Kieran Hebden gibt Neneh Cherry die Hülle und Fülle, die sie braucht. Das Gute ist: Sie braucht nicht viel. So darf sich Four Tet mehr um den Klang und das Gebilde kümmern, während Cherry die Pausen ausmalt.
Ein Riff, eine Melodie genügen meist. Cherry klammert sich an ihre Vergangenheit und reißt damit alte D’n’B-Herzen auf. Um sie herum tobt es manchmal, etwas spielt sich auf, obwohl alles sehr leer produziert ist, doch nichts überrollt Neneh. Die Instrumente tun nur das Nötigste, da sie wirklich nur Beiwerk sind, um sich an Cherrys Stimme heranzutasten. Umspielen tun sie aber auch nichts, sie setzen zwar markante Treffer, doch Cherry soult sie quasi weg.
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Das Comeback ist wirklich famos geraten. Hebden hat aufgeräumt, die Jungs von RocketNumberNine machen Brimborium und Neneh singt so retromäßig, das man wieder an TripHop glaubt. Ein wunderbares Schlagzeug setzt sich groovend von der puristischen Anmutung ab. Es will kalt gepresst den Livecharakter demonstrieren. Gastsängerin Robyn macht etwas Zucker auf den Samt. Die Percussions sind wunderbar fokussiert. Sie klöppeln und tänzeln im luftleeren Raum.
Neneh Cherry ist ein raues Album geglückt, das, obwohl es Erinnerungen weckt, am Puls der Zeit kratzt. Beat Poetry hilft der futuristisch anhauchenden Electronica klassisch zu werden. Und Cherrys Soul-Stimme, die aus der Vorstadt bellt, bleibt ewig jung. Toll.

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