Laraaji – Celestial Music 1978-2011

Es waren die Tape-Aufnahmen, die mich interessierten, als ich zum ersten Mal von Laraaji hörte. Natürlich schreckten mich Wörter wie Pionier, New Age und DIY ab, da sie meistens nicht passen und nur ködern wollen, und dennoch mochte ich mich herantasten an die ersten Gehversuche eines Ausnahmemusikers, der über die Straßenmusik seinen Weg ins so angesagte Ambientfach neben Brian Eno schaffte. Laraaji löste sich irgendwann von den 90 Minuten-Tapes, die perfekt eine Yoga-Klasse beschallen konnten, um mehr als nur Hintergrundmusik für Esoteriker zu erschaffen. Fast ein wenig schade, da ich den Ansatz ganz schön finde. Gut, Laraaji musste ja auch was essen und da kam Brian Eno genau richtig. Sein Name und die Kollaboration hoben alles auf eine andere Stufe.
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Die elektrische Zither verließ das Terrain der Weltmusik und wurde mit Drones, Noise und Psychedelic in Verbindung gebracht. Laraaji spielt sie wie ein Piano. Der studierte Musiker wechselt die Stimmungen, das Tempo und die Melodien so famos, das ein Sog entsteht, den man ehrlich als hypnotisch beschreiben kann. Viel Mystik wird in den Topf geworfen und zehnmal umgerührt. Ein langer Groove entsteht.
Die Retrospektive ist toll geraten. Man verweilt Stunden mit dem Allrounder, man spürt die kompositorische Dichte, den spirituellen Ansatz, aber auch das Öffnen für einen Blick in die Zukunft, gar hin zum Pop. Geheimtipp!

ETERNITY OR BUST: A SHORT FILM ABOUT LARAAJI from All Saints Records on Vimeo.

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