Shad – Flying Colours

Shad ist ein geschmeidiger Künstler. Seine flinken Raps haben einen mächtigen Flow, der sich wunderbar an die langsamen, gefühlvollen Gesangparts schmiegt. Überhaupt hat Shad ein Talent, das nicht nur Skills besitzt, sondern unfassbar gut klingt. Er bringt eine Stimme mit, die man so nicht an jeder Kreuzung auf Tape kaufen kann.
Textlich deckt Shad alles ab, was man im Hip-Hop so Standard nennt. Einwanderung, Ehe- und Liebesprobleme, Hautfarbe und Coolness. Ja, man soll ein wenig schwelgen, nachdenken und besser handeln. Es gibt keine Predigten, aber Ratschläge. Es soll sich um Menschen drehen. Schon mal besser als Dinge und Tiere.
Shad Flying Colours
k-os und Saukrates tauchen auf und setzen Duftmarken. Kanada befruchtet sich selbst. Vielleicht mag manches plätschern oder zu poppig sein, doch Shad schafft das locker zu umspielen. Er mag Refrains. Ich doch auch.
Seine Stimme ist ein Zeichen, das in der Nacht leuchtet. Sie nimmt einen mit, obwohl die Rhythmik der Tracks oft jedes Klischee einpacken. Flying Colours ist dope. Dies muss man sagen. Die Härte fehlt, vielleicht auch das Alleinstellungsmerkmal, da es ja Hip-Hop-Produktionen zuhauf gibt. Doch Shad bleibt kritisch. Er hinterfragt nicht nur Gesellschaft und Leben, sondern auch den eigenen Mikrokosmos. Shad möchte deeper vordringen. Mich hat er. Digital only. Tipp.

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