kUNDEkOENIG – Don't Call

Es ist die Stimme von Lisa Radziejewski, die einen träumen lässt. Sie entführt in Zeiten, in denen kühle Sängerinnen monoton Atmosphäre erzeugten. Namen wie Nico oder Michaela Melian können genannt, müssen aber nicht einmal gekannt werden.
kUNDEkOENIG aus Hamburg suchen die Nähe zu transparenten Texturen. Man erarbeitet ein Lied durchs Jammen. kUNDEkOENIG bündeln Energie, um sie mit stoischer Ruhe und Ausgeglichenheit zu konterkarieren. Reminiszenzen werden zu Wünschen und Wünsche zu Stilblüten. Im Proberaum wird am Debüt gewerkelt. Das Saxophon bekommt die Chance auf ein Comeback. Die Rhythmustruppe pulsiert. Sie dient als Unterbau für melancholische Riffs, die Erinnerungen wachrufen, aber nicht aufwecken. Post-Wave-Pop mit dem Charme einer Schülerband.
“I thought so long, but suddenly I realised: I love love.”

kundekoenig

kUNDEkOENIG, das Projekt aus Hamburg, das Musiker mit Handicap und Musiker ohne zusammenbringt, überzeugt auch auf Albumlänge. Die treibenden Songs lassen sich nicht bekümmern. Sie treten in die Welt hinaus, ohne mit der Wimper zu zucken. Melodien bekommen genügend Platz, der Hang zu Punk wird deutlich und dennoch schwebt diese kühle Melancholie durch die Lieder, die sogar etwas Pop mitbringt. Der gerade Sprechgesang zieht die angerockten Riffs in seinen Bann. Auch wenn es im Hintergrund poltert, ja fast hipstermäßig mit New Wave auf die Tanzfläche zieht, bleibt vorne die Traurigkeit präsent.
Keyboard, Gitarre, Schlagzeug, Bass, Akkordeon und Tenorsaxophon kommen zum Einsatz. All das geht auf. Nichts wirkt gekünstelt. Die Songs stehen im Mittelpunkt. Keiner der Musiker möchte aus dem Rahmen fallen oder im Rampenlicht vergöttert werden. kUNDEkOENIG tragen die Grundidee des gemeinsamen Musizierens in die Welt hinaus. Nur zusammen kann man etwas bewegen. Jeder mit seinen Fähigkeiten. Das geht dann sogar in die Beine; das hat Kraft und erzielt Wirkung. Schönes uncooles Debütalbum.


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