Sebadoh – Defend Yourself

Gimme Indie Rock!
Auch Sebadoh melden sich zurück. Nach 14 Jahren des Ausruhens besinnen sich Barlow und Loewenstein auf alte Tugenden, auf Romantizismen, Powerpop-Pathos und fuzzy Refrains, die ihren Stand im Indie-Rock der 90er ins Hier und Jetzt heben möchten. Barlow bleibt der Songwriter, der nach Homerecording riecht, jetzt aber den Klang einer Snow Patrol-Produktion innehat. Aber das macht nichts, denn die Songs waren eh immer größer als die Produktion. Man hört mehr als da ist. Man hört Flöhe husten und muss weinen. Nun erheben sich die Lieder aus dem Grunge der Herzen. Sie betreten die College Rock-Hall of Fame durch die Vordertür. Nur Loewensteins Teenage Angst-Aggressivität will noch das Blut in die Schädel schießen lassen.

Sebadoh

Die Lou Barlow-Songs sind wie gehabt die kleinen Hymnen, die große Jungs brauchen, um über den vergeigten Tanz auf dem 20-jährigen Abiball hinwegzukommen. Defend Yourself ist eine Hommage an die eigene Bandsozialisation. Hier rockt es, da sentimentalisiert die Band, die vielleicht nie mehr als die kleine schmuddelige Schwester von Dinosaur Jr. und der großer hagere Bruder der Folk Implosions war.
Barlow bleibt ein begnadeter Sänger, der einen runterzieht. Hier gibt es die Seele, die vielen kleinen Combos fehlt. Ich liebe diese Melancholie. Defend Yourself hilft die Tränen zu trocknen, die uns der Indie-Rock in den letzten Jahrzehnten zugefügt hat und lässt neues Wasser produzieren, da man sich ein wenig verschaukelt vorkommt. Ich schäme mich dafür, dass ich die Bands Sebadoh und Snow Patrol in einer Rezi auftauchen lasse. Mmmmh. Leider ist da aber was dran. Dennoch der Spirit stimmt, die Songs sind auch dufte. Mehr will ich manchmal nicht.

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