Pity Sex – Feast Of Love

Der alte Power-Pop lässt die jungen Wildgewordenen nicht los. Der Verzerrer blutet, die Melodien perlen ungefragt raus, so als hätte Lou Barlow niemals J Mascis geschlagen, so als wäre Rivers Cuomo ein unbedeutender Songwriter mit Hornbrille und Beinlängenunterschied von 44 mm oder Dave Grohl ein mittelmäßiger Drummer in einer Schülerband namens Grunge.
Pity Sex haben Stil, haben Songs, ja sogar eine raumgreifende Attitüde und dennoch ist das alles irgendwie piefig. Die Songs bewegen sich wellenförmig voran. Gitarren steigern sich und sind deep and warm. Stimmen machen auf Emo, Hi-Hat und Becken rascheln ständig.
Pity Sex
Das College wird bedient, man sieht die Kids nackt in die Pools ihrer verreisten Eltern springen. Bier gibt es aus den blickdichten bunten Bechern. Wenn dann morgens die Sonne aufgeht, hat man mit dem Volltreffer des Colleges geschlafen. Man weiß nur nichts mehr davon; man schlüpft in die Boxershorts eines Fremden und fährt auf dem BMX-Rad nach Hause.
Wer waren die Breeders, wer sind Sebadoh? Schleppende Kopfnicker treffen romantisierende Euphoriker. Süß. Pity Sex sind erfunden worden für Kids, die sich mal wie ihre Eltern fühlen wollen, als die noch jung und versaut waren. Geschmeidige, sympathische Rockmusik, die so viel Pop getankt hat, dass man diesen Verve und Boy meets Girl-Quatsch gar nicht verachten kann.

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