Der Ringer – Das Königreich liegt unter uns

Das Königreich war einst die Hamburger Schule. Heute ist die Schule in ganz Deutschland verteilt, obwohl man immer genauer nach Hamburg schielt, wenn die jungen Wilden dort ein Studio betreten. Lass uns nicht von Sex reden, denn merkst Du was ich merke? Was ich bis zur Rückkopplung verstärke, hat als Effekt Reflecting Skin.
Die Enkelkinder der Tocos und Distelmeyers wollen energetischen Rock darbieten und bemerken, dass ihnen doch das Midtempo viel besser liegt.
Der Ringer - Das Königreich liegt unter uns
Ihre Mittel sind begrenzt und dennoch funktionieren manche Songs wirklich ganz gut. Die Texte von Der Ringer sind schön schwammig, kryptisch und euphorisch. Was uns nicht passt, wird von uns auch nicht passend gemacht.
Die Stimmen mischen sich jugendlich zueinander. Einer brüllt, einer singt. Einer spricht, einer hinkt.
So macht das die Jugend 2013. So macht das Julian Gerhard, so macht das Der Ringer. Vielleicht sind die Synthies das Bindeglied zwischen Hektik und Klischee? Hier entsteht ein Flow, der nicht von der Hand zu weisen ist. Die musikalischen Parts, die mit elektronischen Sprenkeln gespickt sind, machen Der Ringer zu einer Band, die man im Auge behalten muss. Die gewählten Sounds gehen auf. Flageoletttöne erinnern an Bands wie die Wild Beasts. Die auch ihren Rock gefühlig auf die Tanzfläche schieben. Große Gesten sind wichtiger als tausend Worte.
Mir persönlich würde es besser gefallen, wenn englische Texte die Chose aus der Schülerband-Probe holen würden. Schön ist aber, dass die Jungs von Der Ringer fast hip-hop-mäßig klingen. Also so, wie auch Prinz Pi nach Hip-Hop klingt, ohne es zu sein. Das Tempo bleibt gediegen. Man schwelgt. Man nickt mit dem Kopf. Der Ringer sind nicht verkehrt, aber auch noch nicht richtig.

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