Jarren Benton – My Grandma's Basement

Auch Jarren Benton kann es nicht lassen. Wir schreiben das Jahr 2013. Vieles hat sich im Hip-Hop getan. Er scheißt darauf.
Seine Lyrics sind heftig und wirklich an der Grenze. Sein Style erinnert überraschenderweise an den großen Eminem, auch der hat mal über die Strenge geschlagen, doch mittlerweile ist auch er lammfromm. Benton suhlt sich hingegen in seinem “Horrorcore”, der ein paar Lacher bei den Homies zieht. Schön schwulenfeindlich, schön frauenfeindlich, immer zu Gewalt bereit. Gegen alles, gegen jeden.
Dies alles lässt einen natürlich etwas betrübt zurück, denn eigentlich sind seine Skills wirklich amtlich. Sein Flow sitzt genau auf den Lines. Oldschool-Vibes markieren einen Vintage-Sound, der Snoop Dog den Joint aus der Hand fallen lassen könnte. Auch der hat ja gerne den Pornking gegeben. Heute macht er in Reggae. Benton hat auch das Talent Dr.Dre, den Doktorhut vom Haupt zu fegen. Leider ist dieses komödiantische Getue mit Careless Whisper-Hintergrund-Gesäusel not so funny.

Jarren Benton

Auch kann man eigentlich nichts gegen diese Grundaggressivität Bentons sagen, wenn nicht die Texte so plump anecken wollen würden. Jarren Benton mimt den harten Slacker, der Frauen gerne mal härter rannimmt, mit verurteilten Straftäterinnen vögeln möchte oder eine Ex-Freundin umlegt, weil sie mit ihm Schluss machte.
Er weiß, was er da tut. Dumm ist er ja nicht. Auch weiß er, dass das neue Grenzen ziehen wird. Ist das noch p.c. oder muss man wirklich diesen Aufkleber auf dem Album ernst nehmen? Mir macht Benton keine Angst, auch lege ich nicht jedes Wort auf die Goldwaage und dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Die Fanfaren und Beats sind knorke, die Art wie sich Benton präsentiert ist clownesk und überspitzt, doch irgendetwas von dem, was er da von sich gibt, wird ein Fünkchen Ernst und Wahrheit beinhalten. Leider muss man ihm dafür mal kräftig a mop in his ass without no Petroleum sticken. Denn nur shove his fuckin’ face in a bowl of shit wird wohl nicht reichen. Sein Style ist eigen, sein Sound reibt sich an den Großen. Sein Schuljungen-Charme rettet ihn vielleicht. Wenn er sich nur selbst einen blasen könnte, er wäre nicht mehr so durch den Wind. Leider kommt er nicht dran. Alles nur Spaß. Entscheide selbst!

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