Laura Marling – Once I Was An Eagle

Laura Marling kann sich auf sich verlassen. Sie weiß, ihre Stimme zu nutzen. Sie weiß, wie man Songs und ein Album aufbaut. Dabei changiert ihre Stimme zwischen Joni Mitchell und Sandy Denny hin und her, um am Ende doch in ihrer Brust zu ruhen.
Die akustische Gitarre schallt in die Nacht hinaus, die gerne mit Perkussionen aus dem Balkan unterstützt wird oder einfach nur einen schwingenden Fretless Bass als Unterlage zulässt. Im Laufe der Zeit sagen mehrere Stile Gute Nacht. Ein Schlagzeug, das sich aus dem Rock entfernt hat, kommt hinzu, um kurz aufzubrausen, um im nächsten Moment dem Flamenco Platz zu machen.
Ihre Art Geschichten zu singen, erinnert an den großen Bill Callahan, die stoische Präsenz an Joanna Newsom. Marling lässt sich Zeit. Sie häuft Instrumente an, die aber nie an ihrer Stimme vorbeiziehen. Das können Streicher sein oder Congas. Ihre gepickte Gitarre klingt wundervoll warm. Man klebt an ihren Fingern und ihren Lippen. Sie hat sich intime Momente aufbewahrt, die sie gekonnt einzusetzen weiß. Schicht für Schicht wird dem Neo-Folk ein neues Mäntelchen verpasst, das in allen Farben glänzt. In Gospel, in Singer-Songwriter-Schwarz und blutigen offenen Herzen.

Laura Marling

Manches wird richtig schön down gestripped, so dass nur noch Laura übrig bleibt. Once I Was An Eagle ist eine starke Song-Platte, die schon nahe an ein Konzeptalbum heranreicht. So könnte die Britin auch den amerikanischen Markt erobern, der schon länger nach neuen Storytellern lechzt. Näher kommt man an Laura wohl nicht heran. In nur zehn Tagen hat sie die Gitarrenspuren und Vocals in One Take-Einspielungen aufgenommen. So schafft sie Atmosphäre, die einen von Beginn an packt. Intensiver geht es im Folk in diesen Tagen nicht. Geheimtipp.

Laura Marling – Master Hunter from Revel Pictures on Vimeo.

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