Deerhunter – Monomania

Bradford Cox ist immer noch ein wahnsinnig toller Songwriter. Er liebt es den gruseligen John Lennon zu mimen, der mit Joey Ramone über den Tierfriedhof stapft. Auch nach einem erneuten Soloausflug kehrt er unversehrt in den Schoße seiner Mutterband Deerhunter zurück.
Die haben mal eben 250 Songs vorbereitet, von denen sie uns nun 12 präsentieren. Es wird aus allen Lagen gefeuert. Sehr rough geht es zu. Die punky Attitude macht süchtig. Die Gitarren flirren, zwiebeln, während die Stimme sich in eine Flüstertüte verliebt oder poppig daher tiriliert. Die Garage wird aufgeschlossen, man wirft einen Blick hinein, um sofort im nächsten Moment mit Plüsch-Teppichen und Pop-Devotionalien erschlagen zu werden. Immer wieder bricht die Nacht herein. Tag, Nacht, Tag, Nacht.

Deerhunter

Lockett Pundt hat auch nach seiner Lotus Plaza-Auszeit wieder ins Team zurückgefunden. Cox und Pundt sind die einzig berechtigten Erben von Lennon/McCartney. Sie schütteln Melodien aus den Ärmeln, da kannst du jahrelang Songwriting in dösigen Popakademien studieren, du wirst es nicht so hinkriegen.
Deerhunter haben ihren Gitarrensound gefunden. Die Orgel in Back to the Middle, ach hör doch auf. Der Blues in Pensacola kommt so locker daher, dass man sein Pferd satteln möchte, um ganz Big in New York zu sein. Lether Jackett II ist ein Monster und The Missing die Nummer für die Girls, denen das Schrammelige zu schrammelig ist. THM stöhnt rotzig und Sleepwalking ist ein Hit, für den ich mir den kleinen Finger abhacken würde.
I’ve been looking for some harmonies
some words to sing that could really bring
the lonely-hearted some company
all the people that were just like me yeah

Deerhunter liefern wieder ab und haben mich immer noch an ihrer Seite.

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