Suede – Bloodsports

Der epische Glamrock einer Band wie Suede kann immer noch an den Tapeten kratzen, die eigentlich schon längst runtergerissen sind. Allein die Gestalt Brett Andersons reicht aus, um ein Comeback zu rechtfertigen. Seine Stimmbänder bleiben ewig jung, fordernd und melodramatisch. Suede melden sich mit knackigen Melodien und Butler-orientierten Riffs zurück, die so ausgeklügelt sind, dass man niemals von Reißbrettern sprechen darf. Wer dies doch tut, muss noch mal in Harmonielehre nachsitzen.
Suede
Anderson muss nicht mehr tun als seine Stimme erheben. Für viele ist dies Arbeit, für ihn ein Bedürfnis. Der Dämon packt ihn. Eigentlich ist es Nacht, doch die Sonne geht auf und man liegt sich in den Armen. Die neuen Songs beziehen sich auf die Vergangenheit und haben dennoch immer den Blick in die Zukunft gerichtet. Britpop 2013 kann wohl nur so klingen. Ein Klang von zersplitternden Spiegeln, die so viel Schönheit nicht ertragen können, klirrt durch die en Suite Bäder vergessener Artisten. Gestern war Bowie und heute steht sein Sohn im Geiste Anderson auf der Klippe und wir Lemminge folgen. Was kann 2013 noch?
Suede ist immer noch die energetische Band, die weiß wie man mit Wendungen, Refrains und Dynamik umzugehen hat. Wer ihr vorwirft in sicheren Gewässern zu schippern, kann von mir aus diese hektischen jungen Bands weiter hören, deren Namen wir doch an Weihnachten schon wieder vergessen haben. War das Soloalbum Andersons noch ein wenig platt, so ist diese Reunion ein Highlight 2013. Heimliche Hits schmiegen sich an glammy Passionen, die nur noch von den bezaubernden Balladen eingefangen werden können. Nur A-Seiten. Oh, ich liebe Suede!

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