Autechre – Exai

Vielleicht ist es diese Anonymität, die Autechre so wunderbar ausstellt, die einen nie wirklich teilhaben lässt, sondern als Beobachter zwischen den Strippen zurücklässt. Gesichts-, aber nicht konturenlos.
Wir entpuzzeln Strukturen, die, wenn man böse sein möchte, auch 2013 immer noch dieselben sind. Das Neue könnte die Öffnung aus der manipulierten Realität in die ihnen vorgebende Popszenerie sein. Baustellen bleiben Zwischensequenzen. Auf der Suche nach dem Beat sind wir mit den Frequenzen des Noise konfrontiert. Schockieren kann uns wenig mehr, aber aufwühlen. Die Frage nach der Technik bleibt weiterhin bestehen. Wer die Evolution erwartet, muss erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren. Auch die Frage nach der Relevanz sollte doch bitte unter den Tisch fallen.

Autechre - Exai

Mit dem Bass und dem Raum, der “Club” auf der Türe stehen hat, haben wir immer noch zu kämpfen. Doch dieser Club wird niemals seine Tore öffnen, da Autechre immer noch am Schließen und Einreißen interessiert sind. Manches clippt an der Grenze, manches huscht “ghosty” durch die Nacht. Wir entschlüsseln den Motor, die Tools nur im Halbdunkeln. Wir sind uns niemals sicher, wer oder was dahinter steckt. Wir wollen bewerten. Wer sind wir denn?
Weite Felder werden bestellt. Felder werden zu Stratosphären. Saftige, ja nasse Snares und Claps sumpfen durchs Experiment. Alles wie gehabt. Alles wie immer auch nicht von dieser Welt. Hausgemachte Software trifft auf archaische Synthies, während der Wecker klingelt und du aufwachst. Vielleicht ist es diese Anonymität, die so abstrakt weltfremd erscheint, die mich sogar Wärme spüren lässt. Sind wir nun schlauer? Ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden? Ich glaub, dass ist egal.

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